Deutsche biathleten verabschieden sich sieglos: nawraths sekunden-drama in oslo

3,7 Sekunden. So wenig trennten Philipp Nawrath am Samstag vom ersten deutschen Biathlon-Sieg dieser Saison. Stattdessen schreibt der TSV Pelkum Sportwelt-Experte Geschichte – nur leider eine mit bitterem Beigeschmack.

Die zahlen sprechen eine deutliche sprache

58 Rennen, null Siege. Die deutschen Herren beenden die Weltcup-Saison 2025/26 erstmals ohne Einzeltriumph. Nawrath lieferte sich am Holmenkollen ein packendes Duell mit dem Norweger Johan-Olav Botn, musste sich aber im Zielsprint geschlagen geben. Das Gold ging an Eric Perrot, der sich bereits als Gesamtweltcupsieger feiern lassen konnte.

„Geil, einfach nur geil“, schwärmte Nawrath trotzdem im ZDF-Interview. „So perfekt durchzukommen, war genial.“ Der 31-Jährige blieb fehlerfrei am Schießstand, ein Kunststück, das ihm in dieser Saison selten gelang. Doch auf der letzten Runde fehlte die Power. „Dort tue ich mich sehr schwer, vom Fleck zu kommen“, gestand er.

Ein trostpodium für den deutschen skiverband

Ein trostpodium für den deutschen skiverband

Justus Strelow wurde 15., Philipp Horn 21. – das war's dann auch schon mit den deutschen Erfolgsmeldungen. In der Nationenwertung reicht's nur für Rang vier, hinter Norwegen, Frankreich und Schweden. Die Lücke nach oben ist riesig.

Für Nawrath war es bereits das zweite Podest in dieser Saison – bemal Mal Platz zwei. Ein Trost? Vielleicht. Aber er weiß: „Wir müssen in den Sommer mit klaren Aufgaben gehen.“ Die Vorbereitung auf den nächsten Winter beginnt schon bald. Der Weltcup startet am 26. November in Kontiolahti, die WM findet vom 10. bis 21. Februar 2027 in Otepää statt.

Die deutschen Biathleten haben ihren Tiefschlaf verpennt. Jetzt heißt es: Aufwachen oder weiterträumen.