Berlusconi plant tennis-offensive: nitto finals kommen ins free-tv, rom liegt am tisch
Pier Silvio Berlusconi hat seinen Ballast abgeworfen. Die Nitto ATP Finals flimmern ab November live auf Canale 5 und Italia 1, kostenlos, ohne Decoder. Die Sensation kommt im Mantel der Zahlen: Mfe hat 2025 den Gewinn verdoppelt, das erste Quartal trotz Olympia und Sanremo brummt. Jetzt soll der Schläger anschwingen – und mit ihm ein ganzer Markt.
Warum rom nur noch eine preisfrage ist
„Mehr Rennen, mehr Zuschauer“, sagt Berlusconi und lacht über sein eigenes Credo. Die Internationali d’Italia sind kein Kindergeburtstag mehr; Sinner, Musetti, die neue Garde zieht 7,8 Millionen Italiener vor die Mattscheibe. Die Folge: Rechteverkäufer Fit und Infront verlangen Preise, die selbst einem Branchenprimus den Atem rauben. „Wir schauen uns die Kosten an – und dann schlagen wir zu“, gibt er offen zu. Die Botschaft: Wer zögert, fliegt raus aus dem Tennisboom.
Hinter den Kulissen laufen bereits Verhandlungen über Einzelspiele statt Gesamtpakete. Ein Trick, um das Budget unter 15 Millionen Euro zu halten und trotzdem Flaggschiffe wie das Damenfinale live zu zeigen. Die Rechnung geht auf, weil Barilla, Ferrero und neue Streamingpartner schon Schlange stehen. Der Sport wird zur Glanznummer der Cross-Medial-Strategie: TV, Mediaset Infinity, TikTok-Schnipsel – alles aus einer Hand.

Nischensport als sehnsuchtsort
Doch Berlusconi denkt nicht nur in Quoten. Sein Sohn Lorenzo, 16, hat vor zehn Tagen seinen zweiten Sieg im U-17-Boxring eingefahren, 55 kg, klarer Punktsieg. Der Teenager steht mit Clemente Russo, zweimaliger Weltmeister, in der Umkleide – und mit ihm die Entscheidung, ob Boxen beim Sender bleibt. „Kampfsport ist kein Randthema, er ist ein Sozialprojekt“, sagt der Medienmanager und meint es ernst. Canale 20 testet nächtliche Slots, die Einschaltquoten liegen bei 4,1 % – ein Wert, für den sich mancher Primetime-Talker die Zähne ausbeißt.
Die Familienanekdote hat System. Sofia, 14, wechselt zwischen Tanzstunde und Sparring, Papa schwimmt im Wintermeer, trotz Psoas-Schmerz. Die Marke Berlusconi wird greifbar, weil sie sich selbst ins Spiel bringt. Wer lebt, glaubt – und verkauft.
Am Ende bleibt eine Zahl: 1,2 Milliarden Euro Umsatzsprung, wenn Tennis und Boxen bis 2027 im Free-TV bleiben. Die Nitto Finals sind erst der Aufschlag. Das Match um Rom beginnt jetzt – und Berlusconi hat den Satzball.
