Amici 25 bricht mit gigi d'alessio-skandal und late-night-gimmick den samstag
Maria De Filippis Show startet mit Schmoll-Attacke und Quiz-Import – und liefert endlich wieder Gesprächsstoff statt Glanz.
Pettinelli gegen d'alessio – der erste streit kommt vor dem ersten ton
Der Beginn der Abendphase von Amici 25 war noch nicht einmal ausgestrahlt, da knallte es schon hinter den Kulissen. Gigi D'Alessio, seit Samstag Jurymitglied, beschwerte sich lautstark über die Unterrichtsmethoden von Ballettrainerin Alessandra Celentano. Ihre Kollegin Veronica Pettinelli schaltete sich ein, es folgte ein offener Schlagabtausch voller italienischer Gestik. Produktionsleute zückten reflexartig die Handys – doch De Filippi ließ die Kameras weiterlaufen. Das Material landete in der finalen Sendung und sorgte für 1,3 Millionen Social-Media-Reaktionen binnen zwölf Stunden.
Die Jury ist in dieser Staffel ein Konglomerat aus Glamour und Casting-Geschichte: neben D'Alessio sitzen Cristiano Malgioglio, der mit Perlenkette und Spontan-Melodien jeden Auftritt kommentiert, Amadeus, der vom Sanremo-Engagement direkt in die Dance-School wechselt, sowie Choreografin Elena D'Amario. Vier Stimmen entscheiden, wer nach jeder Drei-Runden-Show die Schultore verlässt – ein Modell, das seit Jahren aufgezeichnet wird, um Manipulation durch Telefon-Voting auszuschließen. Die Konsequenz: Die Dramatik muss live im Studio passieren, nicht in der Wohnzimmer-Abstimmung.

Password-import: cattelan führt quiz, cuccarini gewinnt mit malgioglio
Als Antwort auf sinkende Quoten setzte De Filippi erstmals ein Fremdformat ein: die NBC-Show Password. Moderator Alessandro Cattelan, zwischenzeitlich bei Prime Video vermisst, übernahm die italienische Variante. Gegeneinander antraten Lorella Cuccarini mit eben jenem Malgioglio – das Duo siegte haarscharf gegen Amadeus und Celentano. Die Skizze füllte 14 Minuten Sendezeit und soll künftig jede Woche zurückkehren. Produktionskosten: rund 120 000 Euro pro Folge, ein Insider verrät, dass Mediaset den Import lizenzierte, „weil die jungen Zuschauer Begriffe raten, statt SMS zu schreiben“.
Die Zahlen vom Samstag liefern ein geteiltes Bild: 3,4 Millionen Zuschauer insgesamt, Marktanteil 18,7 % – das ist gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 1,2 Prozentpunkten. In der Zielgruppe 15-34 Jahre stieg der Wert aber um 0,8 %, die Clips auf TikTok generierten 5,7 Millionen Aufrufe in 24 Stunden. Die Botschaft: Wer Fernsehen als Social-Media-Rohstoff versteht, kann auch mit schrumpfendem Linearity-Geschäft noch gewinnen.

Drei manches, ein sieger, null live-klatsch
Jede Show gliedert sich in drei Durchgänge: Tanz, Gesang, Cross-Performance. Die Jury entscheidet nach jeder Runde, wer in Gefahr schwebt; am Ende fliegt ein Kandidat. In der Auftakt-Folge traf es Denise, 19, aus Bari – eine Contemporary-Tänzerin, die in der zweiten Runde einen Sturz produzierte und damit die Sympathiepunkte verspielte. Die Entscheidung war einstimmig, doch ohne Publikums-Voting bleibt die Emotion kalkuliert. Zuschauer erfahren das Ergebnis erst mit Wochen Verspätung, was Kritik von Fans und Werbekunden provoziert: „Wenn das Finale aufgezeichnet ist, warum soll ich jetzt mitfiebern?“, lautet ein Kommentar mit 45 000 Likes auf Instagram.
Die 25. Staffel läuft bis Juni, Finale ist ebenfalls vorproduziert. De Filippi setzt damit weiter auf Perfektion statt Perzeption. Ob das reicht, um die Generation TikTok zu binden, wird sich an den Werbeblöcken zeigen. Fest steht: Wer in Italien über TV spricht, redet diese Woche nicht über Castings, sondern über den Diva-Clash in Manche eins. Und das ist, bei aller Strategie, ein kleiner Triumph für eine Show, die schon lange nichts mehr überraschte.
