Union berlin kassiert in münchen eine demütigung mit ansage

München – 90 Minuten, in denen Union Berlin wie ein Schuljahr auf dem Rasen aussah. Das 0:4 war am Ende noch milde, die Zahlen dahin sind brutaler: 31:5 Torschüsse, 702:244 Pässe, 121,54 km gegen 113,75 km Laufleistung – und dazwischen ein Horst Heldt, der mit leeren Händen und vollem Zorn in der Mixed Zone stand.

Heldt platzt der kragen: „so kannst du nicht auftreten“

Die 30-minütige Null-Nummer war Schau. Dann kam Minute 32, Leon Goretzka zirkelte diagonal auf Michael Olise, der sich Stanley Nsoki schnappte wie ein Trickser seinen Assistenten – 1:0. Noch vor der Halbzeit folgte das 2:0, kurz nach Wiederanpfiff das 3:0. Union stand im Stadion, das sie seit 15 Bundesliga-Versuchen nicht mehr verlassen hat, plötzlich mit offenem Mund da.

„Wir waren in allen Belangen unterlegen“, sagte Heldt. Die Tore seien „zu einfach“ gewesen. Er wollte nicht ins Detail, aber die Stimme zitterte. „Gegen keinen Gegner kannst du so auftreten.“ Die Alu-Statistik sprach ebenfalls 2:0 für Bayern – ein Treffer hätte auch noch drin sein können.

Trimmel liefert die blaupause für das debakel

Trimmel liefert die blaupause für das debakel

Kapitän Christopher Trimmel nahm das Mikro und lieferte das aus, was Heldt intern halten wollte: „Nicht mutig genug“ mit dem Ball, zu passiv bei Diagonalbällen hinter die Kette. Die Bayern hatten die Anleitung gelesen und die Eisernen zerlegt. „Es ist ein komisches Auf und Ab“, sagt Trimmel. Gut in Freiburg, blutlos in München – diese Schwankung nagt an der Nervenstruktur des Klubs.

Steffen Baumgart pflichtet ihm bei: „Wir können besser, wir müssen besser.“ Doch die Tabelle lügt nicht: 15 Spiele, kein Sieg, nur fünf Remis, Platz 13 – das rettende Ufer heißt derzeit sieben Punkte.

Nach der Länderspielpause warten mit St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg drei direkte Konkurrenten. Trimmel fordert: „Die Antwort auf so ein Spiel ist immer die wichtige.“ Die Antwort muss jetzt kommen, sonst wird das Auf und Ab zur Abwärts-Spirale – und München bleibt für Union die Endstation ohne Happy End.