Union berlin: burcus tor weckt hoffnung auf sommer-umbruch

Berlin – Die Alte Försterei atmete auf. Nach dem müden Remis gegen Köln, das zwar den Klassenerhalt so gut wie besiegelt, aber auch die Notwendigkeit eines tiefgreifenden Umbruchs im Sommer verdeutlichte, gab Livan Burcus Last-Minute-Treffer zumindest ein Fünkchen Hoffnung. Ein Spiel, das mehr zeigte als zwei Punkte – es offenbarte die strukturellen Schwächen und das vorhandene Potential des 1. FC Union Berlin.

Die fünferkette muss abrissen

Die fünferkette muss abrissen

Die Taktik der Fünferkette, einst das Markenzeichen der Eisernen, wirkt zunehmend verstaubt. Ein taktischer Neustart, weg von dieser defensiven Grundhaltung, könnte der Schlüssel für die kommende Saison sein. Und wer hätte gedacht, dass ein Dribbling, das an einen Walzer erinnert, den Anstoß für diese Veränderung geben könnte? Burcus filigrane Schritte vor dem Tor, fünf nach links, zwei nach rechts, bevor er den Ball ins Netz hämmerte, waren mehr als nur ein Tor – sie waren ein Symbol.

„Dass sich Livan in einer solchen Situation belohnt und uns den verdienten Ausgleich beschert, freut uns sehr“, lobte Trainerin Marie-Louise Eta nach dem Spiel. Es war sein erstes Tor für die Köpenicker, aber der Eindruck, dass Burcus Bewegungsabläufe die Fans in der Zukunft noch oft begeistern werden, blieb haften.

Burcu, gerade einmal 21 Jahre alt, verkörpert den notwendigen Wandel. Anders als Max Kruse, der erst spät zu Union kam, steht er noch am Anfang seiner Karriere. Sein Tor war der perfekte Zeitpunkt, denn es nährte die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Die Fans mahnten an: Nach dem 0:2 in der 61. Minute hallten die Rufe „Aufwachen!“ durch die Alte Försterei. Union präsentierte eine Mannschaft, die langsam an ihre Grenzen stößt. Leistungsträger wie Leite und Doekhi stehen vor dem Absprung, Khediras Zukunft ist ungewiss, und selbst Kapitän Trimmel muss sich seinen Stammplatz erst erkämpfen. Der Ansatz, den Union unter Bjelica, Svensson oder Baumgart verfolgte, hat sich abgenutzt. Das Ballgeschiebe und die uninspirierte Flankerei aus dem Halbfeld zeigten deutlich, dass ein Umdenken unausweichlich ist.

Die beiden jungen Torschützen Kemlein und Burcu zeigen jedoch, dass im Kader Potenzial schlummert. Burcus Fähigkeiten gewinnbringend einzusetzen und zu fördern, könnte der Schlüssel zu mehr Torgefahr sein – schließlich gehört Union zu den schwächsten Angreifer der Liga.

Die kommenden Spiele gegen Mainz und Augsburg bieten Union und Eta die Gelegenheit, neue Wege auszuprobieren, bevor die Sommerpause beginnt. Es bleibt abzuwarten, ob der „Burcu“ bald fester Bestandteil des Unions-Repertoires wird und ob die Eisernen den Tanzstil in Tore umwandeln können.