Union berlin: bleibt eta länger als geplant an der seitenlinie?

Berlin – Die Personalie Marie-Louise Eta sorgt für Gesprächsstoff in der Hauptstadt. Nach ihrer überraschenden Übernahme des Traineramtes bei Union Berlin, infolge der Entlassung von Steffen Baumgart, hält sich der Verein äußerst bedeckt, was ihre Zukunft nach Ablauf der Saison angeht. Eine Entscheidung, die die Fans und Experten gleichermaßen in Atem hält.

Unsicherheit trotz erfolgsaussichten

Horst Heldt, Geschäftsführer Profifußball bei Union Berlin, wich bei der Pressekonferenz am Montag weitgehend aus. „Wir konzentrieren uns voll auf das Spiel gegen Wolfsburg. Zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht sinnvoll, irgendetwas auszuschließen“, erklärte er. Diese Aussage lässt Raum für Spekulationen, ob Eta auch über die verbleibenden fünf Spieltage hinaus das Ruder in die Hand nehmen könnte – und ob die ursprüngliche Planung, sie zur Saison hin zum Frauenteam zu verlegen, womöglich doch noch verschoben wird.

Die 34-Jährige übernahm das Traineramt in der Männer-Bundesliga nach dem 1:3-Debakel gegen den 1. FC Heidenheim und ist damit eine Pionierin. Ihr Debüt als Cheftrainerin der Männer-Mannschaft steht bereits vor der Tür: Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) empfängt Union den VfL Wolfsburg. Die Frage ist: Kann sie den angeschlagenen Verein wieder auf Kurs bringen?

Sexismus im netz: heldt schockiert

Sexismus im netz: heldt schockiert

Doch nicht nur die sportliche Zukunft von Eta steht im Fokus. Heldt verurteilte scharf die sexistischen Äußerungen, die sich nach der Bekanntgabe ihrer Verpflichtung in den sozialen Medien häuften. „Ich finde es wahnsinnig, dass wir uns mit solchen Äußerungen in der heutigen Zeit auseinandersetzen müssen“, betonte er. Er betonte die Kompetenz von Eta und versicherte, dass der Verein ihr mit aller Kraft zur Seite stehe. „Alle hier bei Union Berlin stehen zu einhundert Prozent hinter dieser Entscheidung. Das ist einfach nur peinlich.“

Die Situation verdeutlicht ein Problem, mit dem der Fußball immer wieder zu kämpfen hat: die Akzeptanz von Frauen in Führungspositionen. Es bleibt abzuwarten, ob Eta mit ihrer Leistung auf dem Platz diese Vorurteile widerlegen und den Weg für weitere Frauen im Männerfußball ebnen kann. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein.