Undav zwingt nagelsmann in die knie: 16. saisontor gegen leipzig

Deniz Undav lässt RB Leipzig einfach keine Chance. Mit seinem sechzehnten Liga-Treffer schießt er den VfB Stuttgart zu einem 1:0-Sieg gegen einen direkten Konkurrenten – und Julian Nagelsmann in Erklärungsnot.

Ein lächeln statt einer antwort

„Vielleicht hatten wir schon Kontakt, vielleicht auch nicht“, sagt der Stürmer nach Abpfiff, während seine Mitspieler schon feiern. Die Frage nach dem Telefonat mit dem Bundestrainer beantwortet er mit einem kurzen Grinsen. Donnerstag ist Nominiertag, und bis dahin bleibt alles offen. „Alles entspannt“, sagt Undav, doch seine Tore sprechen eine andere Sprache.

Seit fünf Ligaspielen trifft er nun schon. Gegen Leipzig war es wieder er, der den Ball unterbrachte – diesmal per Kopf nach Ecke, nach 73 Minuten, als das Stadion schon nach Luft schnappte. Die Champions-League-Plätze rücken näher, und mit ihnen die Gewissheit, dass Nagelsmann kaum noch an Undav vorbeikann.

Im verein redet man nicht mehr über ob, sondern wann

Im verein redet man nicht mehr über ob, sondern wann

„Das ist ja keine Frage mehr mittlerweile“, sagt Kapitän Atakan Karazor. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ergänzt: „Unsere Stimme hat Deniz, ganz klar.“ Die Zahlen sind gnadenlos: 16 Bundesligatore, drei Vorlagen, dazu die entscheidenden Siege gegen direkte Konkurrenten. Sebastian Hoeneß schmunzelt nur: „Solche Spiele helfen, um Werbung zu machen.“

Die Partie selbst war kein Schönwetterfußball. Leipzig presste früh, Stuttgart schob sich in die Zweikämpfe. Der Rasen war schwer, die Nerven blank. Aber Undav blieb kalt. Sein Lauf, seine Kopfballtechnik, sein Timing – alles auf Profi-Niveau. Die Leipziger Abwehr wirkte wie gelähmt, als der Ball einschlug.

Nun warten alle auf Donnerstag, 13 Uhr, DFB-Campus. Dann wird Nagelsmann seine 23 Namen nennen. Basel und Stuttgart stehen an, zwei Testspiele, die eigentlich nur noch Formsache sind. Für Undav dürfte es die erste Einladung nach langer Pause sein. Der Stürmer selbst will das Drama nicht mitspielen. Er packt seine Tasche, trinkt seinen Kaffee, geht zur Trainingseinheit. Die Tore sprechen für ihn – und die sind lauter als jedes Telefonat.