Undav schlägt zurück: pfiffe gegen sané sind ein eigentor der fans
Deniz Undav hat getroffen – und sofort zurückgeschossen. 2:1 gegen Ghana, 88. Minute, Mönchengladbach tobt. Doch statt sich in Selbstfeier zu verlieren, nutzt der Joker die Mikrofone, um den nächsten Skandal zu benennen: Buhrufe gegen Leroy Sané. „Ich hoffe und bitte jeden Fan: Wenn Leroy reinkommt, keine Pfiffe“, sagt er in der ARD. Satz mit Klatscheffekt.
Sané wird ausgepfiffen – und schweinsteiger kocht
Die Szene: 78. Minute, Einwechslung Sané, eine Handvoll Zuschauer quittiert mit deutlichem Missfallen. Bastian Schweinsteiger braucht drei Sekunden, um die Stimmung zu brandmarken: „Das macht keinen Sinn.“ Bundestrainer Julian Nagelsmann schaltet sich ein: „Solange der Adler auf der Brust ist, sollten wir alle Support geben.“ Undav kontert mit Zahlen: „Wir sind eine Mannschaft. Punkt.“
Der Stürmer kennt die Mechanik. Er selbst wurde vor seiner Einwechslung gefeiert, nach dem Siegtor gehört ihm das Stadion. „Durch Tore kann sich die Rolle verändern“, sagt er knapp. Die Botschaft: Wer trifft, wird geliebt. Wer patzt, wird ausgebuht. Dabei war Sané gegen Ghana besser als gegen die Schweiz – Nagelsmann bestätigt es. Die Logik der Tribüne bleibt rau.

Drei monate vor der wm droht deutschland ein déjà-vu
Die Geschichte wiederholt sich. Bei der WM 2018 in Russland zerlegten sich die Fans in pro- und contra-Özil-Lager. Jetzt droht Sané zum neuen Zankapfel zu werden. Undav will das verhindern: „Wir brauchen eine Einheit.“ Die Zeit läuft. Am 5. Juni geht es gegen Marokko, dann folgen USA, Kanada, Mexiko. Wer da noch pfeift, pfeift gegen die eigene Medaille.
Die Zahlen sind eindeutig: Deutschland hat 26 Tage, um die Stimmung zu drehen. Undav liefert das erste Beispiel. Er traf, sprach und ging. Die Fans müssen nur noch zuhören – oder das nächste Eigentor riskieren.
