Umstrittener elfmeter: schiedsrichter ittrich räumt fehler ein

Umstrittener elfmeter: schiedsrichter ittrich räumt fehler ein

Der strittige Elfmeterpfiff von Patrick Ittrich im Bundesliga-Spiel zwischen Mainz und Augsburg sorgt weiterhin für Aufsehen. Im Rahmen der Sendung „Doppelpass“ auf Sport1 äußerte sich der Schiedsrichter detailliert zu der umstrittenen Szene und gab zu, dass seine Entscheidung möglicherweise falsch war. Das Spiel endete 2:0 für Mainz, und der Elfmeter war ein entscheidender Moment.

Die strittige szene

Die Situation entstand in einer hitzigen Phase des Spiels, als Stefan Bell und Elvis Rexhbeçaj in einen Zweikampf verwickelt waren. Ittrich pfiff einen Elfmeter für Mainz, obwohl die TV-Bilder keine eindeutige Bestätigung für einen Kontakt zeigten. Dieser Pfiff löste beim FC Augsburg großen Unmut aus. Die Frage, ob Bell tatsächlich von Rexhbeçaj getroffen wurde, blieb offen.

Ittrichs wahrnehmung auf dem platz

Ittrichs wahrnehmung auf dem platz

"Ich habe die Situation so wahrgenommen, dass Bell den Ball klar vorher spielt und wegspitzelt und dann Rexhbeçaj voll durchzieht. Ich habe einen Treffer unten wahrgenommen und das Geräusch, wenn der Schuh auf den anderen Schuh klatscht. Man kennt dieses Geräusch", erklärte Ittrich im „Doppelpass“. Er habe zunächst den Vorteil abgewartet und dann sofort gepfiffen. Er betonte, dass die Wahrnehmung eines Treffers ausschlaggebend war. Auch Keven Schlotterbeck von Augsburg habe ihm von einem Geräusch berichtet.

Der var-check und die entscheidung

Nach dem Pfiff konsultierte Ittrich den Video-Schiedsrichter (VAR). Dieser konnte jedoch keinen eindeutigen Beweis für oder gegen den Kontakt finden. Ittrich erwog, sich die Szene selbst anzusehen, entschied sich aber dagegen, da er befürchtete, dass ihm nicht die notwendigen Kameraperspektiven zur Verfügung gestellt würden. Der VAR, Johann Pfeifer, bestätigte diese Einschätzung.

Selbstkritik und eingeständnis eines fehlers

Nach dem Spiel, beim Betrachten der TV-Bilder, wurde Ittrich bewusst, dass seine Wahrnehmung der Realität nicht entsprach. "Da haben wir durch die Kraft der Bilder ehrlicherweise keine Argumente mehr", gab er selbstkritisch zu. Er zeigte Verständnis für den Frust des FC Augsburg und betonte, dass er die Schiedsrichterei nicht schönreden wolle. Er fühlte sich durch die mediale Aufmerksamkeit, "als wäre ich auf einer Konferenz für den Weltfrieden".

Unterstützung von experten und mitspielern

Stefan Effenberg nahm Ittrich in Schutz und betonte, dass die TV-Bilder widersprüchlich seien. Auch Kevin Kampl äußerte Verständnis für die schwierige Entscheidung in einer schnelllebigen Spielsituation und lobte Ittrichs Ehrlichkeit, einen möglichen Fehler einzugestehen. Kampl forderte jedoch auch eine konsequentere Nutzung des VAR.

Ittrichs prinzip der neutralität

Ittrich unterstrich, dass er stets unparteiisch und neutral in die Spiele gehe. "Das ist mein höchstes Gut. Ich versuche nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden", erklärte er. Er bedauerte, dass seine Entscheidung nicht zu 100 Prozent korrekt gewesen sei. Durch den Sieg hat Mainz den Abstand zu Augsburg auf nur noch einen Punkt verringert.