Ulm zittert, jena träumt: smith und ledlum retten den vizemeister
Die Arena bebte, die Uhr tickte runter – und plötzlich war Jena nur noch einen Dreier vom Auswärtscoup entfernt. Doch Chris Ledlum trat an die Linie, versenkte zwei Freiwürfe und verhinderte für ratiopharm Ulm die Blamage. 93:90 hieß es am Ende, ein Sieg, der sich anfühlte wie ein Sieg mit gebrochenem Rückgrat.
Smiths feuer und ledlums späte reife
Mark Smith kam vom Bench, lief heiß wie ein Kessel und hatte nach acht Minuten schon zehn Punkte. Jena antwortete mit Tempo, aber ohne Deckung. Ergebnis: 29:24 nach Q1. Im zweiten Viertel schaltete Chris Ledlum frei, traf sicher aus der Mitteldistanz und stellte auf 59:52 zur Pause. Die Gäste hingegen lebten von Kristofer Krause, der gegen seinen Ex-Klub nichts schenkte.
Doch nach dem Seitenwechsel verflüchtigte sich Ulms Treffsicherheit. Jena sprintete weiter, verpasste aber den entscheidenden Lauf. Ballverluste häuften sich, der Korb schien vernagelt. Lorenz Bank stemmte sich mit Kraftwerkskörpern dagegen, allein es reichte nicht.

Die letzten 42 sekunden dauerten ein jahr
Vier Minuten vor Schluss stand es 85:81 – und Ulm hatte fünf Minuten lang keinen Korb mehr getroffen. Die Arena schrie sich heiser. Dann foulten die Jenenser Ledlum, der zweimal kalt verwandelte. Jena kam noch auf 90:93, doch der letzte Versuch prallte an der Schlinge ab. Der Vizemeister atmete auf, Jena sammelte moralische Pluspunkte.
Die Zahlen sprechen für sich: 22 Punkte und 8 Rebounds für Ledlum, 18 Punkte für Smith in nur 19 Minuten. Bei Jena führte Bank mit 19 Zählern, Krause steuerte 17 bei. Das Tempo: 78 possessions – kaum ein BBL-Spiel dieser Saison war schneller.
Fazit: Ulm gewinnt, aber die Defensivlücken bleiben. Am 23. März erwartet das Team Bonn, das kein Mitleid kennen wird. Jena reist bereits am Mittwoch nach Oldenburg – mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das dem Favoriten die Angst einjagte. Die Saison ist noch lang, aber diese Nacht gehört den Jüngern, die beinahe die Riesen stürmten.
