Bonn entführt in würzburg den dritten platz – drama bis zur sirene

Die Baskets Bonn haben sich die Play-off-Luft verschafft, die sie brauchten. Mit 86:81 (42:35) erpressten sie am Samstagabend in der schnarrenden Audi-Arena einen Sieg, der mehr wert ist als zwei Zähler im Klassement: Er schickt Würzburg auf Schleichwege in Richtung Viertelfinal-Angst und katapultiert die Rheinländer auf Platz drei – mitten ins Heimrecht im Viertel.

Marko Stankovic musste auf Jonathan Bähre (Knie), Tylan Birts (Ferse) und Zach Cooks (Bauchmuskel) verzichten, doch wer dachte, Bonn komme dezimiert, sah sich getäuscht. Die Bonner starteten mit einer Defense, die Würzburg aus der eigenen Hälfte vertrieb. Joel Aminu und Jeff Garrett Jr. verwandelten Steals in flüchtende Fastbreaks, ehe die Arena atmen konnte. Nach 16 Minuten stand 18:16 – knapp, aber mit Handschrift.

Ein viertel, das die saison verändern kann

Ein viertel, das die saison verändern kann

Der dritten Abschnitt war kein Basketball-Kapitel, er war ein Thriller. Bonn zog durch zwei Dreier von Aminu und Garrett auf 55:44 davon, doch Marcus Carr antwortete mit zwei Triples in Serie, Brae Ivey setzte den dritten. Würzburg schaltete auf Press-Defense, Bonn verlor den Ball dreimal in Folge – und plötzlich war es 58:58. Die Arena kochte. Doch die Gäste blieben klinisch: Alijah Comithier traf vom Wing, Grayson Murphy stocherte einen Loose Ball aus dem Durcheinander – 63:58. Würburg gewann das Viertel 27:20, aber nicht die Führung. Das war die Mentalität, die Stankovic seit Wochen predigt.

Neun Minuten vor Schluss dann die Scheckkarte: Iveys Dreier zur 65:63-Führung – erstmals lag Würzburg vor, 3.140 Zuschauer rissen die Decke herunter. Die Baskets schüttelten sich nur. Murphy antwortet mit einem Step-Back-Dreier, Garrett mit einem Fade-away – 78:75 bei 2:22. Michael Kessens schnappt sich den Offensiv-Rebound, legt zum 84:78 auf. Carr wirft wild, die Uhr tickt runter. 13 Sekunden, Kessens erneut – 86:81. Sirene. Bonn kippt sich gegenseitig die Handtaschen über den Kopf, Würzburg sinkt auf die Hälse.

Jeff Garrett Jr. führt die Bonner mit 17 Punkten an, Comithier und Murphy folgen mit je 13. Carr bleibt bei 26 Punkten der einsame Leuchtturm im Würzburger Sturm. Die Statistik verrät: Bonn gewinnt trotz 14 Ballverlusten, weil es 48 Prozent aus dem Feld traf – und weil es in den entscheidenden 90 Sekunden keine einzige Panik-Entscheidung fällte.

Am Montag, 23. März, empfangen die Rheinländer die MHP Riesen Ludwigsburg – ein Sechs-Punkte-Spiel im Kampf um Heimrecht. Die Tabelle lügt nicht: Wer jetzt zittert, landet im Play-in. Bonn hat die Angst abgelegt, Würburg muss sie erst noch erfinden.