Ulm stürzt ab: historischer aufstieg, bittere wiederabsteiger!
Einmalige Höhenflüge, dann der Absturz in die Regionalliga: Der SSV Ulm 1846 hat eine Saison des Chaos und der Verletzungspechs erlebt, die in der 3. Liga endete – und das nach einem fulminanten Aufstieg.

Ein jahr traum, jetzt realität: ulm kehrt in die regionalliga zurück
Noch vor einem Jahr feierten die Ulmer Fußballfans den historischen Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ein Märchen, das abrupt endete. Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison hatte man sich für die aktuelle Saison viel erhofft, doch die Realität sah düsterer aus. Die Verantwortlichen versuchten mit Trainerwechseln und Neuzugängen, die Wende zu schaffen, doch die Probleme waren tiefgreifender Natur.
Die Saison war geprägt von einer beispiellosen Häufung an Verletzungen. Fünf Kreuzbandrisse! Alleine! Das dezimierte das Team erheblich und nagten am Selbstvertrauen. Kapitän Johannes Reichert, der als Fels in der Brandung galt, riss sich zu Saisonbeginn das Kreuzband. Auch der als Hoffnungsträger geholte Dominik Martinovic fiel kurz nach seinem vielversprechenden Einstand mit schwerer Verletzung aus. Marcel Wenig, Jonas David und Jan Boller folgten ihm in der Unglücksserie.
Ein Team in der Krise
Die sportliche Führung reagierte mit zwei Trainerwechseln. Robert Lechleiter musste bereits im September gehen, ihm folgte A-Jugendtrainer Moritz Glasbrenner. Auch seine Amtszeit war von wenig Erfolg gekrönt. Ein offener Brief von Kapitän Reichert und Torwart Christian Ortag, der eine „vergiftete Atmosphäre“ und „zerstörten Zusammenhalt“ beklagte, verdeutlichte die Ausmaße der internen Probleme.
Markus Thiele, der Geschäftsführer, musste ebenfalls seinen Posten räumen, gefolgt von seinem Nachfolger Stephan Schwarz. Pavel Dotchev übernahm das Ruder, doch auch unter dem erfahrenen Bulgaren gelang es dem SSV Ulm nicht, den Abstiegskampf zu drehen. Die Sieglosserie von acht Spielen, gepaart mit einer katastrophalen Tordifferenz, besiegelte das Schicksal des Vereins.
Nach dem Ausscheiden im Verbandspokal gegen den Regionalligisten Großaspach griff Dotchev hart durch und schickte acht Profis in die Zweitmannschaft. Die Ultras äußerten ihren Frust mit dem provokanten Spruch: „Nichts erwartet, trotzdem enttäuscht. Versager.“
Obwohl Dotchev kurzzeitig mit einer Fünferkette und der Rückkehr von Torwart Ortag Erfolge feierte, war der Punktekampf bereits verloren. Der 65-Jährige wird die Ulmer nicht mehr an der Seitenlinie betreuen. Für die Fans bedeutet dies die bittere Erkenntnis, dass der Traum von der 2. Bundesliga geplatzt ist – und die Reise geht zurück in die Regionalliga Südwest. Dort warten nun Gegner wie die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz und Astoria Walldorf.
Die Saison 2024/25 wird den SSV Ulm vor die nächste Herausforderung stellen: Den Wiederaufstieg anzustreben und die internen Probleme zu lösen. Doch die Erinnerung an die chaotische Saison wird lange nachwirken – als Mahnung, dass der Fußball schnelllebig ist und Höhenflüge ebenso vergänglich sein können wie tiefe Abstürze.
