Ulm im freien fall: krise nach krachendem aus in chemnitz
Ratiopharm Ulm steckt tiefer als je zuvor in der Krise. Die deutliche 66:79-Niederlage bei den Niners Chemnitz markiert den dritten Pflichtspielsieg in Folge und den vierten Ausrutscher in den letzten fünf Spielen. Was für den ehemaligen Vizemeister zu einer echten Belastungsprobe wird.

Die stimmung im team: anspannung und frustration
Die Pleite nahm bereits im ersten Abschnitt ihren Lauf. Ulm fand kein Mittel gegen die Niners, die selbst mit einer eigenen Durststrecke zu kämpfen hatten. Eine 16-Punkte-Rückstand zur Halbzeit (22:38) verdeutlichte die Probleme der Ulmer. Steffen Herhold, der Boss der Niners, offenbarte im Halbzeitinterview die Frustration, die im Team herrscht: „Wir liefern in der BBL diese Saison nicht ab. Wir sind unkonstant.“ Seine Worte hallten wider, als er auf zehn verlorene Spiele hinwies, die vermeidbar gewesen wären. Die Hoffnung auf ein Umdenken in der zweiten Hälfte schien zunächst gerechtfertigt zu werden, als Ulm den Rückstand auf zwei Zähler reduzierte. Doch Chemnitz fand seine Form wieder und baute die Führung wieder aus.
Die mangelnde Treffsicherheit der Ulmer war ein entscheidender Faktor. Von 32 Dreipunktewürfen fanden lediglich acht den Weg ins Netz (28 Prozent). Chris Sengfelder, Ex-Nationalspieler Ulms, brachte die Frustration nach dem Spiel zum Ausdruck: „Eine sehr frustrierende Niederlage, wir haben ein bisschen unseren Rhythmus verloren und den gilt es jetzt wiederzufinden.“
Die Lage für Ulm wird zunehmend kritisch. Der Verlust des direkten Playoff-Platzes droht, da die punktgleichen Trierer bereits dicht hinter den Ulmern lauern. Eric Washington von den Niners war mit 17 Punkten der erfolgreichste Werfer des Abends. Chemnitz erwartet am Samstag Science City Jena, während Ulm am Sonntag in Rostock gegen die Seawolves antreten muss.
Die nächste Aufgabe für Ulm ist essentiell. Nur ein Sieg gegen die Seawolves kann den Abwärtstrend stoppen und die Hoffnungen auf einen direkten Einzug in die Playoffs am Leben erhalten. Die Zeit drängt, denn die Playoffs rücken näher und die Ulmer müssen sich rasch fangen, um nicht die Saison zu verspielen. Die Niederlage in Chemnitz war ein Weckruf, der die Ulmer Spieler und Verantwortlichen jetzt handeln muss.
