Ulm im freien fall: dotchev greift drastisch ein!
SSV Ulm 1846 bangt um den Verbleib in der 3. Liga – und Trainer Pavel Dotchev scheint die Notbremse gezogen zu haben. Nach dem bitteren Pokal-Aus in Großaspach sortiert der Coach personell rigoros aus, um dem Team im Abstiegskampf neuen Schwung zu verleihen. Die Lage ist ernst, die Maßnahmen radikal.
Ein trainingsumbruch mitten im abstiegskampf
Die Enttäuschung über das Ausscheiden im DFB-Pokal war bei Dotchev am Mittwochabend unverkennbar. Seine Worte, dass die Mannschaft „keine Chance“ habe, wenn der Trend sich nicht wende, schockten die Ulmer Fußballwelt. Und nun folgte die Tat: Anstatt wie gewohnt die Personalentscheidungen zu erläutern, kündigte der Coach eine drastische Veränderung im Trainingsablauf an. Ab sofort soll in zwei Gruppen trainiert werden, um den Fokus zu schärfen und die Qualität der Einheiten zu steigern – eine Maßnahme, die in der Branche für Aufsehen sorgt.
Konkret betrifft diese Umstrukturierung eine Gruppe von acht Spielern, deren Namen Dotchev vorerst nicht nannte. „Die Spieler sind noch nicht informiert. Es wäre unfair, wenn sie das von anderer Stelle erfahren würden“, erklärte er und betonte, dass es sich dabei nicht um eine Suche nach Sündenböcken handele. Vielmehr gehe es darum, die Trainingsbedingungen „noch einmal zu optimieren“ und die vorhandenen Möglichkeiten bestmöglich zu nutzen. „Ich habe keinen einzelnen Spieler draußen gelassen, weil er zu gut ist“, stellte Dotchev klar und betonte seine Verbundenheit zum etablierten Kern der Mannschaft.

Selbstkritik und die dringlichkeit zu handeln
Doch Dotchev schob die Verantwortung nicht ab. Er räumte ein, möglicherweise zu lange gewartet zu haben, bevor er die Notbremse zog. „Ich habe gedacht, dass wir es so hinkriegen, aber es ist der Zeitpunkt gekommen, handeln zu müssen“, gestand er. Der Druck ist enorm, denn der Abstieg in die Regionalliga würde nicht nur sportlich, sondern auch finanziell schwerwiegende Folgen für den Verein haben. Dotchev betonte, dass es ihm wichtig sei, „unser Gesicht zu wahren“ und sich nicht vor den eigenen Fans verstecken zu müssen.
Die Partie gegen Verl am Sonntag (13:30 Uhr, LIVE! bei kicker) wird somit zum ersten Test für Dotchevs neue Strategie. Verl, als Aufstiegsaspirant, ist kein leichter Gegner, doch Dotchev scheint sich davon nicht einschüchtern zu lassen. „Das liegt uns vermutlich eher“, meinte er und kündigte an, taktisch flexibel zu sein: „Ich probiere es mit Fünferkette, ich probiere es mit Viererkette, ich probiere es mit Dreierkette. Ich probiere alles.“
Die Lage ist ernst, aber Dotchev zeigt Kampfgeist. „Mir ist bewusst, dass wenn wir am Wochenende verlieren und Saarbücken gewinnt, der Zug abgefahren ist“, warnte er. Ob das harte Durchgreifen des Trainers ausreicht, um den Abstiegskampf zu drehen, wird sich am Sonntag zeigen. Doch eines ist klar: Der SSV Ulm 1846 muss sich jetzt präsentieren – oder die Saison wird eine einzige Enttäuschung.
