Ukrainischer skeleton-pilot heraskewytsch trotzt ioc mit helmkritik

Ukrainischer skeleton-pilot heraskewytsch trotzt ioc mit helmkritik

Stefan Fischer – Cortina d’Ampezzo. Der ukrainische Skeleton-Pilot Wladyslaw Heraskewytsch setzt seinen Konfrontationskurs mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) unbeirrt fort. Im Zentrum steht sein Helm, der Porträts ukrainischer Sportler zeigt, die im Krieg durch russische Soldaten getötet wurden. Heraskewytsch will diesen Helm auch bei den olympischen Wettkämpfen in Cortina d’Ampezzo tragen.

Helm als gedenken und mahnung

„Ich habe ihn bei den Testfahrten genutzt, ich habe ihn gestern genutzt, ich habe ihn heute genutzt, ich werde ihn morgen nutzen und ich werde ihn am Renntag nutzen“, erklärte der 27-Jährige bei einer Pressekonferenz. Er betonte, dass es ihm wichtig sei, die Welt daran zu erinnern, was in der Ukraine geschieht und die Angst der Menschen vor dem Vergessen zu lindern. Der Helm sei ein Zeichen des Gedenkens und eine Mahnung an die Opfer des Krieges.

Unterstützung aus der ukraine

Unterstützung aus der ukraine

Heraskewytsch genießt die volle Unterstützung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und des Nationalen Olympischen Komitees. Diese Solidarität stärkt ihn in seinem Entschluss, trotz des Drucks des IOC an seinem Vorhaben festzuhalten. Der Fahnenträger seines Landes sieht in seinem Helm keine Verletzung der Regeln.

Ioc sieht verstoß gegen die olympische charta

Ioc sieht verstoß gegen die olympische charta

Das IOC hatte versucht, Heraskewytsch’ Vorhaben zu stoppen, da der Helm gegen die Olympische Charta verstoße, welche politische Äußerungen auf dem Spielfeld verbietet. IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams erklärte, man habe versucht, den Wünschen des Sportlers mit Verständnis zu begegnen, aber die Regeln seien klar.

Der kompromissvorschlag des ioc

Als „guten Kompromiss“ schlug das IOC vor, dass Heraskewytsch im Wettkampf eine schwarze Armbinde tragen darf. Dieser Vorschlag wurde jedoch von Heraskewytsch abgelehnt. Er argumentiert, dass eine Armbinde nicht ausreicht, um die Botschaft zu vermitteln, die er mit seinem Helm senden möchte. Er sieht darin keine politische Propaganda im Sinne von Regel 50.

Vergleich mit matthias steiner

Heraskewytsch zog einen Vergleich zu Matthias Steiner, dem deutschen Gewichtheber, der 2008 nach seinem Olympiasieg in Peking das Bild seiner verstorbenen Frau zeigte. „Damals haben wir es gefeiert“, sagte Heraskewytsch. „Ich glaube, das war ein großartiger Moment, der andere Erfolge nicht überschattet hat. Ich denke, es ist okay, Leute zu betrauern, die man geliebt hat.“

Aktuelle situation und ausblick

Eine aktuelle Reaktion des IOC auf Heraskewytschs Plan steht noch aus. Die Situation bleibt angespannt, und es ist unklar, ob und wie das IOC weiter vorgehen wird. Der Fall zeigt deutlich den Konflikt zwischen dem Schutz der politischen Neutralität des Sports und dem Recht der Athleten auf freie Meinungsäußerung, insbesondere in Zeiten des Krieges. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation bis zum Wettkampf entwickelt.