Udinese stolpert gegen fiorentina – vanoli zittert um den klassenerhalt

Die 27. Spieltag der Serie A endet mit einem Duell, das kein Sieger verdient. Udinese empfängt die Fiorentina mit drei Niederlagen im Rücken, die Gäste haben gerade erst den Abstiegsrang verlassen. Ein Unentschieden wäre für beide das Schlimmste, weil es keinem weiterhilft.

Runjaic setzt auf dieselbe Startelf, die zuletzt dreimal verlor. Okoye im Tor, Kristensen als Libero, Zaniolo hinter Buksa – ein System, das sich in der Krise verbarrikadiert. Vanoli dagegen rotiert. De Gea steht erstmals seit Wochen wieder zwischen den Pfosten, Kean spielt allein vorne, weil Beltran fehlt. Die Viola gewann zuletzt zweimal, doch beide Siege waren glücklich.

Die zahl, die beide trainer nicht schlafen lässt

Acht Punkte liegen zwischen Udinese und Fiorentina. Klingt viel, ist es nicht. Bei einer Niederlage wäre Udinese wieder mitten im Strudel, bei einem Sieg könnte Fiorentina bis auf fünf Zähler herankommen. Die Rechnung ist einfach: Wer heute verliert, muss in den letzten elf Spielen sieben Punkte mehr holen als der Konkurrent. Das schafft in der Serie A nur, wer plötzlich drei Siege am Stück einfährt – und genau das schafft seit Monaten niemand in diesem Tableau.

Die Personalien lesen sich wie ein Krankenbericht. Udinese verzichtet weiterhin auf Lovrić, dessen Transfergerücht nach Saudi-Arabien die Kabine spaltet. Bei Fiorentinafehlen Kommen, Brekalo und das komplette rechte Flügelzimmer. Dafür ist Mandragora zurück, ein Ex-Udinese, der in Friaul gespielt hat, als die Klubführung noch vom Champions-League-Traum träumte.

Runjaic trainierte die letzten Tage fast ausschließlich Standards. 34 Prozent der Gegentore kassierte Udinese nach Eckbällen – das ist Ligarekord. Vanoli ließ seine Mannschaft im Kraftraum schwitzen, weil seine Auswärtsbilanz miserabel ist: nur ein Sieg in den letzten neun Partien. Wer heute in Friaul punkten will, muss zuerst laufen, dann denken.

Warum das spiel um 20:45 uhr beginnt und trotzdem niemand einschaltet

Dazn und Sky teilen sich die Rechte, aber keiner der beiden Sender bekommt die Primetime. Stattdessen läuft die Partie parallel zur Champions-League-Auslosung. Ein Timing, das einzig der Liga recht ist, weil sie so die TV-Gelder kassiert, ohne dass die Kameras die leeren Ränge in Friuli zu sehr in den Fokus rücken. Die Ultras von Udinese kündigten eine halbstehende Choreo an – Protest gegen die Spielplanpolitik. Bei Fiorentina reisten nur 400 Anhänger mit, weil die Polizei Auswärtsfahrten einschränkt.

Die Wetterlage macht alles noch trüber. Minusgrade in Udine, der Rasen ist gefroren, der Ball springt seltsam. Genau das könnte die Entscheidung bringen: Ein abgefälschter Schuss, ein verschärfter Pass, ein Torhüter, der den Boden unterschätzt. In so einem Spiel zählt nicht, wer besser ist, sondern wer weniger Fehler macht.

Am Ende steht eine Tabelle, die lügt. Udinese hat 29 Punkte, Fiorentina 21. Doch beide Mannschaften wissen: Die Saison ist noch nicht gerettet, sie beginnt erst heute neu. Wer verliert, muss in den nächsten Wochen jeden Gegner bezwingen, selbst Inter und Juve. Wer gewinnt, darf noch einmal durchatmen – bis zum nächsten Rückschlag. Die Serie A ist kein Marathon, sie ist ein Dauerlauf über Glasscherben. Und heute Abend blutet wieder jemand.