Mogensen wirft hin – bagersted übernimmt: dänischer spitzenklub in personal-erdbeben
SönderjyskE steht kopf. Thomas Mogensen, der Mann, der den dänischen Handball-Erstligisten in zwei Jahren zur Titelreife schleifen wollte, kündigt seinen sofortigen Rückzug an. Sein Nachfolger: Jacob Bagersted, 35, Kreisläufer, Magdeburg-Held – und noch bis Juni aktiv. Ein Wechsel, der die Liga erschüttert.
Warum jetzt? mogensen packt aus
„Ich folge meinem Bauch“, sagt der 43-Jährige, der 2022 das Amt übernahm und seitdem jeden Tag 14 Stunden schuftete. „Handball war mein Leben, aber nicht mein ganzes Leben.“ Hinter den Kulissen sickert durch: Mogensen hatte ein Angebot aus der Tech-Branche, das ihm Freiräume verschafft, die ihm der Sport nie bieten konnte. Die Entscheidung fiel während eines Wintertrainingslagers in Norwegen – um 3 Uhr morgens, nach einer Nacht voller Datenanalysen und Transferlisten. „Da habe ich gemerkt: Ich will raus“, sagt er.
Der Klub reagiert mit Bestürzung, aber auch mit Strategie. Geschäftsführer Kim Poulsen kannte die Signale. „Wir haben geahnt, dass Thomas sich verändert“, sagt er. „Er war stiller, reservierter. Aber wir hindern niemanden daran, seine Träume zu jagen.“

Bagersted: vom rückraum ins direktorenzimmer
Die Wahl fiel auf Bagersted – nicht, weil er der einzige Bewerber war, sondern weil er der einzige mit zwei Gesichtern ist: Spieler und Manager in einem. In Magdeburg wurde er 2021 Champions-League-Sieger, in Göppingen Kultfigur. Nun soll er die Kasse füllen, Talente binden, Sponsoren überzeugen. „Ich weiß, wie sich ein Profi fühlt, wenn die Halle pfeift“, sagt er. „Das kann kein Excel-Bogen ersetzen.“
Doch es gibt einen Haken: Bagersted will erst im Sommer loslegen. Bis dahin regiert ein Machtvakuum. Interne Quellen berichten von hitzigen Krisensitzungen, bei denen vor allem eins debattiert wird: Wer verhandelt die Transfers für die neue Saison? Die Antwort bleibt offen. SönderjyskE schwankt zwischen Kontinuität und Chaos.
Die Fans reagieren mit gemischten Gefühlen. Auf Reddit kursieren Memes, die Mogensen als „Handball-Muskelkater“ zeigen. Andere feiern Bagersted als „Heilsbringer aus dem Osten“. Die Wahrheit liegt in der Mitte – und wird sich erst in der nächsten Saison zeigen.
Mogensen selbst blickt nach vorn. „Ich werde keine Handball-Familie vermissen“, sagt er. „Ich werde die Menschen vermissen.“ Am Freitagabend nimmt er sich eine Auszeit. Kein Handy, keine Presse. Nur ein altes Trikot von Flensburg-Handewitt und ein Bier. Danach: Neuanfang. Der Klub bleibt zurück – mit einem Manager, der noch selbst wirft, und einer Frage, die niemand laut stellt: Wird Bagersted jemals so erfolgreich sein wie der Mann, der ihn einst einstellte?
