Ubi graz feuert frauen-bundesliga-coach virag nach vorwürfen sofort

Es dauerte nur 48 Stunden, dann war Boris Virags Zeit bei UBI Graz vorbei. Der Frauen-Bundesligist trennte sich am Dienstag mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer – eine Reaktion auf schwere Vorwürfe, die Clubinterna erschüttern.

Die Causa Virag war in der Vorwoche durch die Klubführung an die Öffentlichkeit gedrungen. Was folgte, liest sich wie ein Spiegelbild dessen, was in vielen Vereinen jahrelang totgeschwiegen wurde: Grenzüberschreitungen, verbale Entgleisungen, unangemessenes Verhalten gegenüber Spielerinnen. Das alles bestätigte UBI Graz nach internen Gesprächen und einer Prüfung, die man binnen weniger Tage einleitete.

Vorstand eger-mraulak: „das darf in unserem verein nicht existieren“

Vorstand eger-mraulak: „das darf in unserem verein nicht existieren“

„Die festgestellten Verhaltensweisen stehen im klaren Widerspruch zu unseren Werten“, heißt es in der Mitteilung. Vereinsobmann Sebastian Eger-Mraulak nimmt kein Blatt vor den Mund: „Es tut mir leid für die betroffenen Spielerinnen. Sie mussten eine Atmosphäre erleben, die wir nicht wollen.“

Der Schritt kommt nicht aus heiterem Himmel. Intern wollte man offenbar nicht lange fackeln, nachdem erste Hinweise auf strukturelle Probleme im Umgangston laut geworden waren. Die Entscheidung, Virag vor die Tür zu setzen, fiel einstimmig.

Für die Grazerinnen geht es nun ohne den bisherigen Coach weiter. Die Saison in der Österreichischen Basketball Bundesliga ist noch in vollem Gange, der Tabellenmittelfeldplatz muss verteidigt werden. Wer die Nachfolge antritt, steht offen; ein Interimscoach soll bis zur Winterpause die Fäden übernehmen.

Der Fall Virag wirft erneut ein Schlaglicht auf Machtgefälle im Frauensport. Spielerinnen wissen: Schweigen gilt nicht mehr. Vereine, die reagieren statt wegzuschauen, setzen ein Zeichen – auch wenn es den eigenen Trainer kostet.