Tv homburg kassiert 21:46-klatsche: gelnhausen spielt sich in ekstase
Gelnhausen feiert, Homburg verstummt. Die 3. Handball-Bundesliga lieferte am Samstagabend ein Debakel der Extraklasse: Der TV Homburg unterlag dem Tabellenzweiten mit 21:46 – die höchste Heimniederlage der Saison. Die Halle in der Saar-Provinz wurde zur Schrecksekunde für jeden Anhänger, der noch auf den großen Wurf im Abstiegskampf gehofft hatte.
Pausenpfiff bei 11:22 – da war schon alles gelaufen
Was in den ersten zehn Minuten wie ein normales Spiel aussah, entpuppte sich schnell als Lehrstunde über Tempo und Effizienz. Gelnhausen legte einen 6:1-Lauf hin, ehe Homburgs Trainer die erste Auszeit nahm – vergeblich. Die Gäste drehten weiter auf, verwandeln fast jeden Ballgewinn in ein Tor. Zur Pause war die Partie gelaufen, doch die Demütigung sollte noch größer werden.
Denkwürdig die Phase zwischen der 38. und 48. Minute: Homburg erzielte kein einziges Tor, kassierte hingegen neun Gegentreffer. Die Anzeigetafel zeigte 43:23 – ein 20-Tore-Rückstand, der selbst in der Riege der Drittliga-Kellerkinder einmalig ist. Die Homburger Abwehr wirkte wie gelähmt, Torhüter Jonas Decker sah 46 Schüsse an sich vorbei zischen. „Wir haben den Glauben verloren, als es 15:8 stand – danach war nichts mehr da“, gab Abwehrchef Tim Brandt nach Abpfiff erschöpft zu.

Malolepszy und altwein liefern schützenfest
Jonathan Malolepszy und Silas Altwein glichen zwei Revolvern, die immer wieder zuschlugen. Beide Rechtsaußen kombinierten sich durch die Mitte, ließen die Homburger Deckung alt aussehen und trafen jeweils siebenmal. Ihre Quote: 14 Tore bei nur 17 Würfen – das ist Champions-League-Niveau in einer Region, die derzeit um den Klassenerhalt zittert.
Gelnhausens Coach Andreas Patrzyk zeigte sich nach dem Schlusspfiff fast schon besorgt: „Wir wollten gewinnen, nicht demütigen. Aber wenn die Lücken so groß sind, wird es brutal.“ Sein Gegenüber Marco Baur kratzte hingegen nach Worten: „Wir haben aktuell kein Selbstvertrauen, keine Automatismen und offensichtlich auch keinen Plan B. Das war heute ein Offenbarungseid.“

Die tabelle lügt nicht: homburg steht auf 0:48 punkten
Mit nur einem einzigen Zähler aus 23 Partien ist der TVH das Schlusslicht, das sich langsam aber sicher von der Rettungszone verabschiedet. Die Konkurrenten SGSH Dragons und HSG Hanau haben jeweils sieben Punkte Vorsprung – bei noch fünf ausstehenden Spielen sieht das wie ein Grab aus. Die direkte Abstiegszone rückt näher, der Traum vom Relegationsplatz zerplatzte am Samstag mit jedem Gelnhausener Tor ein Stück mehr.
Die Fans reagierten mit Pfiffen, dann mit betretenem Schweigen. Ein Vater fasste den Moment zusammen, während sein Sohn noch die Spielernamen auf dem Trikot studiert: „Wir kommen trotzdem wieder nächste Woche. Aber heute tun wir erst mal weh.“
Am kommenden Sonntag gastiert der TV Homburg beim TV Eiche Horn. Dort wartet mit dem Tabellensechsten der nächste Prügelstock. Sollte sich an der Defensivstruktur nichts ändern, droht das nächste Debakel. Die Uhr für den Abstieg tickt laut – und niemand in Pelkum weiß, wie man sie stoppt.
