Turin bangt: d'aversa sieht das double!
Turin – Die Luft knistert im Trainingslager des Torino Calcio. Coach Roberto D’Aversa hat die Mannschaft in eine neue Erfolgsspur gelenkt und spricht offen über die Ambitionen für die restlichen Saisonspiele. Ein Sieg gegen Hellas Verona würde den Klassenerhalt praktisch besiegeln – und den Blick nach oben richten lassen.

D'aversa: „verona unterschätzt sich selbst“
Die Ausgangslage wirkt zunächst banal: Torino empfängt den Tabellenletzten. Doch D’Aversa warnt eindringlich vor Selbstüberschätzung. „Dieser Mannschaft hat Werte, die bisher nicht zum Ausdruck kamen. Ich weiß nicht, warum das so war, bevor ich hier ankam“, erklärte der Coach. Er betont, dass die Veronaser nicht aufgrund ihrer Tabellenposition beurteilt werden dürfen. „Die Werte dieses Teams sind höher als in den vergangenen Saisons. Sie haben Körperkraft, Qualität und gehen in jedes Spiel – gegen jeden Gegner.“
Ein Sieg würde fast den sicheren Klassenerhalt bedeuten. D’Aversa verweist auf ein ähnliches Szenario gegen Parma, bei dem die Chance zur Sicherung des Ziels vergeben wurde. „Wir haben die Pflicht, jedes Spiel zu gewinnen.“ Die positiven Ergebnisse der letzten fünf Spieltage zeugen von einer spürbaren Entwicklung. „Ich bin stolz auf die Jungs. Es herrscht mehr Ruhe und wir arbeiten konzentrierter. Aber wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen.“
D'Aversa spricht von einer wichtigen Phase und betont, dass die Mannschaft nun die nötige Reife zeigen müsse. „Wir müssen noch unser Ziel erreichen, die Rettung, und dann dürfen wir ambitioniert in die Zukunft blicken.“ Seine Zukunft beim Verein ist ungewiss, da der Vertrag nach Saisonende ausläuft. Dennoch gibt er an, Gespräche mit der Vereinsführung führen zu wollen, um eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. „Mein Fokus liegt darauf, Torino so schnell wie möglich wieder dort zu platzieren, wo er hingehört.“
Die jüngsten internationalen Misserfolge der italienischen Nationalmannschaft werfen einen Schatten auf das gesamte italienische Fußballgeschehen. D’Aversa zeigt sich besorgt: „Es gibt eine zu große Diskrepanz zwischen Italien und den anderen Top-Nationen, sowohl bei den Nationalmannschaften als auch beim Wert der Ligen. Das wird eine schwere Aufgabe sein, aber ich überlasse die Lösung der Problematik anderen.“
Die Gazzetta dello Sport feiert ihr 130-jähriges Bestehen und bietet Abonnements zu einem Sonderpreis an. Doch im Moment zählt nur eines: Torino muss sich gegen Verona durchsetzen. Das Duell wird zur Mini-Finalpartie im Kampf um den Klassenerhalt.
