Tuchel zerlegt jablonski: „ich red nicht mehr mit dem schiri“

Thomas Tuchel sprach, was jeder dachte – und machte dabei keinen Halt. Nach dem 1:1 gegen Uruguay zerlegte der englische Bundestrainer die Leistung von Schiedsrichter Sven Jablonski in der Mixed Zone live und ohne Netz. Kein Handschlag, kein Smalltalk, keine Gnade. „Ich habe nicht mit ihm gesprochen, ich will es auch nicht“, sagte Tuchel. Die Wut saß tief.

Elfmeter in der nachspielzeit – und ein foul, das niemand ahndete

Der Knackpunkt: die 94. Minute. Nach VAR-Eingriff entschied Jablonski auf Strafstoß, Fede Valverde verwandelte. Tuchel spuckte Gift: „Es war über das gesamte Spiel überhaupt keine gute Leistung.“ Besonders zwei Szenen brennen in seinem Hirn. Erstens das Foul an Phil Foden, der nach einer offenen Grätsche von Ronald Araujo mit Schmerzen taumelte und vier Minuten später ausgewechselt werden musste. Gelb? Nicht mal ein Pfiff. „Die Grätsche gegen Phil Foden wurde nicht einmal überprüft“, sagte Tuchel mit schneidender Stimme.

Zweitens die Gelb-Rot-Debatte. „Ein Spieler kassierte zwei Gelbe und blieb trotzdem auf dem Platz“, so Tuchel. Er meinte Uruguays Rodrigo Aguirre, der Noni Madueke mit dem Ellbogen am Hinterkopf erwischte. Madueke brauchte drei Minuten, um wieder klar zu sehen – und musste später ebenfalls verletzt raus. Keine Karte, kein VAR, kein Kommentar.

„Ich war überrascht, dass der var funktioniert“

„Ich war überrascht, dass der var funktioniert“

Tuchel ließ kein gutes Haar an der Deutschen Fußball-Bundes-Elf in Schwarz. Den Elfmeter gegen Ben White nannte er „sehr wenig“. Der Arsenal-Verteidiger hatte die Führung erzielt, dann im Strafraum „nur Luft berührt“, wie Tuchel sagt. „Natürlich gibt es einen Kontakt, aber es ist so offensichtlich, was der Stürmer versucht.“ Die Ironie in seiner Stimme war nicht zu überhören.

Die englische Presse wollte wissen: Wird Tuchel offiziell protestieren? Er zuckte mit den Schultern. „Was soll das bringen? Der Schiri hatte einen schlechten Tag im Büro. Punkt.“ Dann drehte er sich um und ging Richtung Mannschaftsbus. Kein Blick zurück – und kein Blick mehr auf Jablonski. Das Verhältnis ist auf Eis. Für immer.