Tuchel wirft alexander-arnold raus – und nennt das urteil selbst „unfair“

Thomas Tuchel schluckt, bevor er es ausspricht: Die Nicht-Nominierung von Trent Alexander-Arnold sei „vielleicht bis zu einem gewissen Grad ungerecht“. Mit diesem Satz entlässt der neue England-Trainer den Rechtsverteidiger von Real Madrid zum vierten Mal in Folge – und liefert ihm damit die WM-Todesnachricht.

Warum white vor alexander-arnold kommt

Die Begründung klingt wie ein Business-Case. Tuchel sah Ben White in der League-Cup-Final-Formation und in der Champions League. „Er war wieder er selbst“, sagt der Deutsche. Ein Probetest, live vor Ort. Livramento und Spence bekamen ebenfalls das Zertifikat „verlässlich seit September“. Alexander-Arnold dagegen fiel durch den Rost, obwohl er in fünf der letzten sieben Partien von Real Madrid von Beginn an auflief und Arbeloa ihn mittlerweile zum festen Bestandteil erklärt hat.

Die Statistik ist gnadenlos: Seit Tuchel übernahm, kam der 25-Jährige auf gerade einmal 26 Minuten Länderspielzeit. Vier Länderspieltage verpasste er komplett. Das ist keine Formfrage mehr, sondern ein Machtwort des Trainers, das selbst ihn selbst schwer zu schlucken scheint.

Der hintergrund: eine abwehr, die keine flügel mehr braucht

Der hintergrund: eine abwehr, die keine flügel mehr braucht

Tuchel baut seine Abwehr um, weg von ballspielenden Außenbahnen, hin zur kompakten Viererkette. Alexander-Arnolds DNA ist aber genau jene Vorlagensucht, die den Coach in seiner taktischen Strenge stört. Die Kreuzband-Angst der Nation? Sie spielt keine Rolle mehr. Stattdessen setzt Tuchel auf Weißrussland-Modus: Laufarbeit vor Libero-Qualitäten.

Für Alexander-Arnold bedeutet das: Die WM rückt in ferne Ferne. Hinter ihm stehen nicht nur Quansah, Livramento und Spence, sondern nun auch White – alles Spieler, die sich in Tuchels Kurvenkurs bewährt haben. Die Uhr tickt. In 83 Tagen geht es in den USA los, und der ehemalige Liverpool-Ass steht mit leeren Händen da.

Am Telefon bekam er die Nachricht persönlich. Tuchel nennt es „Respekt“, Alexander-Arnold wird sie wohl anders nennen. Der nächste Flug nach London dürfte für ihn ins Leere gehen – und diese Leere wird größer mit jedem Spieltag, den er in Madrid bestreitet.