Ttc oe cts bad homburg sichert kader-kontinuität – trainer-frage offen

Pokal-Halbfinalist TTC OE CTS Bad Homburg verzichtet auf Transfer-Turbulenzen. „Wir starten 2026/27 mit dem exakt gleichen Personal“, sagt Sportchef Sven Rhede der Taunus-Zeitung. Die Botschaft klingt simpel, ist aber ein Kraftakt: Nach dem Viertelfinal-Coup gegen Rekordsieger Borussia Düsseldorf und dem Liga-Sieg bei Champions-League-Gewinner 1. FC Saarbrücken-TT wollten etliche Klubeinkäufer einzelne Spieler abluchsen. Rhede blockte ab.

Jo yokotani bleibt – und mit ihm der klassenerhalt

Der japanische Nationalspieler steht als Leistungsträger weiter in Diensten der Hessen. In seiner Debütsaison holte der 22-Jährige in zwölf Einzeln neun Siege, ein Plus von 75 Prozent. Ohne seine Vorhand-Topspins wäre der Aufsteiger längst im Keller. Stattdessen steht Bad Homburg bei 8:8 Punkten, drei Spieltage vor Schluss ist der Verbleib in der Bundesliga so gut wie sicher.

Die einzige Baustelle: Wer übernimmt die Kommandozentrale? Helmut Hampl, 73, der Timo Boll und Jörg Roßkopf einst entdeckte, tritt nach der Saison in den Teilruhestand. Rhede bestätigt „Gespräche mit mehreren Kandidaten“, nennt aber keine Namen. Intern kursieren zwei Varianten: eine interne Lösung mit Co-Trainer Andrej Gavrilovic oder der externe Zugang eines noch vertragslosen Top-Coaches aus Asien.

Warum stabilität jetzt wichtiger ist als ein superstar

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Die Logik dahinter: Wer in einer Saison zweimal die Großen ärgert, darf an der Chemie nicht rütteln. Neue Stars würden nur neue Fragezeichen setzen. Rhede: „Unsere Stärke ist der Teamgeist, nicht der Einzelbrillant.“ Die Statistik stützt ihn: In den Doppeln holte Bad Homburg 40 Prozent der Punkte – Liga-Spitzenwert. Zwei Neue und diese Quote zerbröselt.

Den Spielern gefällt die Kontinuität. Kapitän Jörg Schlichter scherzt im Trainingszentrum: „Wir kennen unsere Pausen, unsere Witze, sogar die Lieblingssnacks. Warum neu mischen, wenn das Rezept schmeckt?“ Der Klub haushaltet ohnehin mit kleinstem Etat der Liga – geschätzt 350.000 Euro. Ein Neuzugang mit Star-Prämie würde das Konstrukt sprengen.

Der Poker um den Trainerposten dauert an. Rhede will „innerhalb der nächsten zwei Wochen“ Klarheit schaffen, bevor die Vorbereitung auf die Play-offs startet. Die Marschroute steht fest: Erst zieht der TTC als erstmals in der Klubgeschichte ins Pokal-Endspiel ein, dann wird der Staffelstab übergeben. Für Hampl wäre es der krönende Abschied – und für den Nachfolger ein Team, das bereits bewies, dass es die Großen ärgern kann.