Tsunami auf den bänken: 14 laliga-trainer stehen vor dem rauswurf

Spanien bereitet sich auf den größten Trainer-Exodus seiner Geschichte vor. Bis zu 14 Klubs der Primera División ziehen im Sommer den Stecker – prominente Namen inklusive. Die Folge: Ein Beben, das die Liga neu erfindet.

Real madrid: arbeloa schwebt trotz vertrag

Alvaro Arbeloa saß erstmals auf der Königlichen Bank, als die Copa-Tropheé noch in den Vitrinen stand. Heute wirkt sein Vertrag bis 2027 wie ein Geschenk, das keiner mehr einlösen will. Copa-Aus, Champions-League-K.o., acht Punkte Rückstand – die Zahlen sind lauter als jede Präsidiumssitzung. Flüstert man in Valdebebas, ist nur noch ein Wunder am letzten Spieltag ein Argument für den Ex-Weltmeister.

Marcelino ist das andere Beispiel dafür, dass Tabellenplätge lügen können. Villarreal rangiert auf Rang drei, doch ein einziger Punkt in der Königsklasse und Pokal-Bläue gegen Santander lassen die Geschäftsführung schlucken. Sein Vertrag endet ohnehin im Juni – ein Handschlag genügt, um die Trennung perfekt zu machen.

Valverde, pellegrini, bordalás: die heimlichen abschiede

Valverde, pellegrini, bordalás: die heimlichen abschiede

Ernesto Valverde hat Bilbao wieder auf Kurs gebracht, trotzdem verabschiedet er sich freiwillig. Die Rückkehr in die Europacup-Ränge reicht nicht, um ihn an den Nervenkrieg der Lezama zu binden. Beim Stadtrivalen Getafe tickt dieselbe Uhr: José Bordalás sichert den Klassenerhalt, doch größere Klubs haben längst seine Nummer gespeichert.

Bei Real Betis glauben viele Fans, Manuel Pellegrini habe noch Jahre vor sich. Dann kommt das 2:0 gegen Braga – und das 2:3. Das Europa-League-Aus nach Führung schmeckt wie ein vergessener Rost. Der Chilene selbst spricht von „Projektende“, die sportliche Leitung von „Neuausrichtung“. Kein gutes Zeichen.

Abstiegszone: dort wird gezündelt

Abstiegszone: dort wird gezündelt

Carlos Corberán besitzt einen Kontrakt bis 2027, doch Valencia liegt einen Punkt über dem Strich. Sieben Partien entscheiden, ob er Mestalla verlassen muss – Vertrag hin oder her. Ebenfalls auf der Kippe: Martín Demichelis in Mallorca und Luis García Plaza in Sevilla. Beide laufen aus, beide kämpfen ums Überleben. Ein Sieg gegen Real Madrid wie zuletzt Demichelis’ Mannschaft rettet nicht automatisch den Job.

Quique Sánchez Flores (Alavés), Eder Sarabia (Elche), Luís Castro (Levante) und Guillermo Almada (Oviedo) führen die Ränge 17 bis 20 an – und damit die Liste jener, die womöglich in der Segunda weitermachen dürfen, aber nicht wollen. Die Devise lautet: Klassenerhalt oder Abflug.

Nur sechs sitze gelten als sicher

Hansi Flick feiert mit Barcelona die bevorstehende Meisterschaft, Diego Simeone träumt trotz 22-Punkte-Rückstand vom Champions-League-Titel. Pellegrino Matarazzo schrieb Geschichte: Erster US-Trainer mit einem europäischen Pokal. Dazu zählen Alessio Lisci (Osasuna), Manolo González (Espanyol) und Claudio Giráldez (Celta) – allesamt haben ihre Saisonziele erfüllt. Mehr Sicherheit gibt es nicht.

Die Konsequenz: Ein Sommer, in dem Agenten keine Zeit zum Schlafen haben. Mehr als die Hälfte der Klubs sucht neue Gesichter, neue Ideen, neue Hoffnung. Die spanische Liga wird sich neu erfinden – mit oder ohne ihre aktuellen Helden.