Trumps wm-einfluss: mehr als nur fußball?
Die Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wirft lange Schatten – und diese haben wenig mit dem Rasen zu tun. Während sich Fans auf spannende Spiele freuen, nutzt US-Präsident Donald Trump die Bühne gezielt für seine politische Agenda. Ein Blick hinter die Kulissen des größten Sportereignisses der Welt.

Die wm als politisches werkzeug
Ingo Zamperoni und Philipp Awounou von den Tagesthemen haben sich auf den Weg gemacht, um das Phänomen zu untersuchen. Ihr Fazit: Die WM ist weit mehr als nur ein Fußballturnier. Es ist ein Schauplatz für gesellschaftliche Konflikte und politische Interessen. Besonders in den USA, wo die Spaltung der Gesellschaft offensichtlich ist, wird der Sport instrumentalisiert – und Trump versteht es meisterhaft, davon zu profitieren.
Die Umfragewerte des Präsidenten sind vor den anstehenden Midterm Elections alles andere als rosig. Da kommt es gelegen, dass er die WM nutzen kann, um seine Popularität zu steigern. Ein Besuch beim WrestleMania-Event vor dem Weißen Haus, kurz nach dem WM-Start, untermauert diesen Eindruck. Auch die Auszeichnung von Gianni Infantino, dem FIFA-Präsidenten, mit dem „FIFA-Friedenspreis“ lässt wenig Raum für Interpretationen.
Doch die WM steht auch für Spannungen. Die Beziehungen zwischen den USA, Mexiko und Kanada sind angespannt, und die harte Migrationspolitik der US-Regierung sorgt international für Kritik. Wie willkommen sich Fans aus aller Welt bei der WM fühlen werden, insbesondere Menschen mit Migrationshintergrund, bleibt abzuwarten.
Der Soziologe Ben Carrington sieht eine düstere Parallele zur WM 2006 in Deutschland: Während damals von „Die Welt zu Gast bei Freunden“ die Rede war, könnte es diesmal „Die Welt zu Gast bei Feinden“ heißen. Carrington ist überzeugt, dass Politik „vom ersten Spiel bis zum letzten präsent sein“ wird.
Jürgen Klinsmann, der ehemalige Bundestrainer, hofft zwar auf ein Fußballfest, warnt aber auch vor einer zu starken Vermischung von Politik und Sport. Er betont, dass die Spieler ihren Job haben: „Erfolgreich Fußball spielen und nichts anderes.“
Die Reise von Zamperoni und Awounou zeigt ein gespaltenes Amerika, ein Land, das sich auf die WM freut, aber gleichzeitig mit tiefgreifenden gesellschaftlichen Konflikten zu kämpfen hat. Die Zahl spricht für sich: über 1,5 Millionen Tickets wurden für die WM verkauft – ein Beweis für die enorme Begeisterung. Doch die Frage bleibt, ob diese Begeisterung die politischen Spannungen überlagern kann.
Ob Donald Trump die WM für seine politische Agenda nutzen wird, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Diese WM wird in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen des Fußballs.
