Trump willigt college-sport um: kann das jemanden interessieren?

Washington – Ein überraschender Schachzug des Weißen Hauses katapultiert den amerikanischen College-Sport in eine ungewisse Zukunft. Präsident Donald Trump hat am Freitag eine Executive Order unterzeichnet, die tiefgreifende Änderungen für Athleten und Hochschulen vorsieht. Doch während die Ankündigung mit großem Getöse erfolgte, stehen die rechtlichen Erfolgsaussichten in den Sternen.

Die kernpunkte der neuen verordnung

Was genau hat Trump da auf den Tisch gebracht? Vereinfacht gesagt, soll die Zeit, die ein Athlet im College-Sport verbringen darf, auf maximal fünf Jahre begrenzt werden. Zudem ist nur ein einmaliger Transfer ohne Sitzungsverbot erlaubt. Aktuell erlaubt die NCAA Spielern, innerhalb von fünf Jahren viermal auszuwechseln, wobei diese Transfers inzwischen oft ohne eine erforderliche Pause erfolgen können. Die Verordnung soll ab dem 1. August in Kraft treten und Hochschulen, die gegen die Regeln verstoßen, mit dem Verlust von Bundesmitteln belegen.

Die NCAA wird nun aufgefordert, verbindliche Vorgaben zu Spielberechtigung und Transfermarkt zu entwickeln. Ein nationales Register für Spielerberater soll ebenso eingerichtet werden wie Schutzmechanismen, um zu verhindern, dass Stipendien für Frauen- und olympische Sportarten gekürzt werden, um Spielergehälter zu finanzieren. Die Maßnahme zielt darauf ab, langwierige Gerichtsverfahren zu vermeiden und Klarheit in den Umgang mit Vergütung und Spielberechtigung zu bringen.

Rechtliche hürden und zweifel

Rechtliche hürden und zweifel

Doch hier kommt der Haken: Zahlreiche Sportrechtler äußern bereits erhebliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Executive Order. Viele gehen davon aus, dass Gerichte die Anordnung zurückweisen werden. NCAA-Präsident Charlie Baker hält sich bislang zurück und betont die Notwendigkeit von Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern. Er sieht eine dauerhafte Lösung lediglich durch ein parteiübergreifendes Gesetz im Kongress.

Der Hintergrund: Das Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2021 hat die NCAA in erheblichem Maße an das Kartellrecht gebunden und ihre Möglichkeiten, Einnahmen von Athleten zu begrenzen, stark eingeschränkt. Seitdem sieht sich die Organisation mit zahlreichen Klagen konfrontiert, in denen Spieler zusätzliche Einsatzzeiten fordern. Die Executive Order könnte als verzweifelter Versuch gewertet werden, die Kontrolle zurückzugewinnen.

Die Diskussionen um die Einstufung von Athleten als Angestellte ihrer Universitäten und die Verteilung der massiven TV-Einnahmen werden dadurch nur noch weiter angeheizt. Ob die Verordnung tatsächlich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Beobachter sehen in der Maßnahme eher ein Signal an den Kongress, endlich eine langfristige gesetzliche Lösung für den College-Sport zu finden. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik den Sport nicht weiter in einen Rechtsstreit verwickelt, der letztendlich den Athleten schadet.

Die Entscheidung Trumps wirft einen langen Schatten und zeigt, wie brisant die Situation im amerikanischen College-Sport wirklich ist. Die Frage ist, ob dieser Schachzug die Probleme löst oder sie nur noch verschärft.