Trump stoppt start-stopp: us-umweltbonus gestrichen, autofahrer sparen 2500 dollar

Die US-Umweltbehörde EPA hat auf Betreiben von Präsident Donald Trump die CO2-Gutschriften für Start-Stopp-Systeme gestrichen. Die Folge: Neue Autos in den USA werden nach Behauptung der Regierung rund 2.500 Dollar günstiger – die Umwalt darf dafür draufzahlen.

Die Entscheidung ist Teil einer breiten Deregulierungsoffensive, mit der Trump die Autoindustrie entlasten will. Start-Stopp gilt in Europa als Standard, in Amerika nun als unnötiger Kostenfaktor. Die Technik, die den Motor im Stand automatisch abschaltet und so bis zu acht Prozent CO2 sparen kann, wird künftig nicht mehr mit Zusatzpunkten belohnt.

Mauro palitto nennt das „beinahe kriminell“

Der Erfinder des Systems, der 88-jährige Ingenieur Mauro Palitto, reagiert empört: „Die Entscheidung ist ein Rückschritt, nicht nur technologisch, sondern auch ökologisch.“ Palitto entwickelte die Idee 1974 im Stau zwischen Orbassano und Mirafiori, als er erkannte, wie viel Treibstoff im Stillstand verbrannt wird. 1983 debütierte Start-Stopp erstmals in der Fiat Regata Es. Heute ist die Technik in fast jedem neuen Fahrzeug verbaut – außer in den USA, wo sie nun auch imagegeschädigt ist.

Dabei sind die Vorteile längst erprobt: weniger Verbrauch, geringere Emissionen, leisere Städte. Die Befürchtung vieler Fahrer, Starterbatterie und Anlasser würden übermäßig verschleißen, widerlegt der Experte mit Zahlen: „Die Komponenten sind für Hunderttausende Zyklen ausgelegt, der Motor startet innerhalb von 0,3 Sekunden – schneller und schonender als jeder Mensch es jemals per Zündschlüssel schafft.“

Die große rechnung geht nach hinten los

Die große rechnung geht nach hinten los

Trump verspricht den Bürgern billigere Neuwagen und mehr Jobs in der heimischen Industrie. Doch die Rechnung hat einen Haken: Wer heute spart, zahft morgen doppelt – durch höhere Treibstoffkosten und steigende Umweltsäden. Die EPA selbst hatte noch 2022 berechnet, dass Start-Stopp allein in den USA jährlich 36 Millionen Tonnen CO2 verhindert – das entspricht dem Ausstoß von acht Kohlekraftwerken.

Die europäische Autoindustrie blickt mit Sorge auf die Entwicklung. Während hier die Normen verschärfen, lockern die USA – und riskieren, dass Technologien wie Start-Stopp oder Mildhybriden künftig nur noch als Kostenblock gesehen werden. „Wenn der größte Markt der Welt auf Ökologie pfeift, folgen andere schnell“, warnt ein Manager aus Ingolstadt. Die Folge: mehr Verbrauch, mehr Import von Benzin, mehr Abgase – und ein Technologievorsprung, der schrumpft.

Die Entscheidung ist beschlossen, die Folgen werden erst in zwei Jahren sichtbar, wenn die ersten Modelle ohne Start-Stopp vom Band laufen. Bis dahin wird Mauro Palitto weiter jeden Morgen seine alte Fiat 128 anschmeißen – und hoffen, dass die Zukunft doch noch elektrisch wird, statt wieder lauter.