Trump prahlt mit vermeintlichen intelligenztests – psychologe deckt trick auf

Donald Trump, der während seiner Amtszeit stets Zweifel an der geistigen und körperlichen Fitness von Joe Biden säte, präsentiert sich nun, mit 79 Jahren, als fitter denn je. In einer jüngsten Pressekonferenz gab er an, sämtliche Tests mit Bravour bestanden zu haben. Doch hinter der Fassade der Selbstbewunderung verbirgt sich eine strategische PR-Masche, wie ein Psychologe enthüllt.

Die fragwürdigen „intelligenztests“ des ex-präsidenten

„Ich habe drei kognitive Tests gemacht. Habe sie übrigens alle mit Auszeichnung bestanden“, prahlte Trump. „Ich bin der einzige Präsident, der sich jemals einen solchen Test hat machen lassen. Obama hätte den niemals bestanden. Die erste Frage ist ganz einfach: Da ist ein Löwe, eine Giraffe, ein Bär und ein Hai. Man sagt dir: ‚Welcher ist der Bär?‘“ Diese Darstellung wirft jedoch erhebliche Fragen auf. Was genau verbirgt sich hinter diesen Tests?

Gonzalo Bonet, Psychologe, erklärte auf X, dass es sich bei dem Test, den Trump absolviert hat, um den „Montreal Cognitive Assessment“ (MoCA) handelt. „Es ist ein bekannter Test zur Früherkennung von Demenz oder Alzheimer“, so Bonet. Angesichts der Alzheimer-Erkrankung des Vaters Trumps, bestehe ein genetisches Risiko. „Er verkauft es als Intelligenztest, aber es ist eben kein solcher.“

Zusätzlich wurde Trump eine MRT-Untersuchung durchgeführt, um mögliche Tumore oder Anomalien auszuschließen. „Es scheint, als sei er zu dieser Untersuchung gezwungen worden, um einer möglichen Amtsenthebung nach dem 25. Zusatzartikel des US-Verfassungsrechts zuvorzukommen. Bisher hat er die Hürde gemeistert.“

Die Strategie Trumps ist offensichtlich: Er inszeniert die Demenzerkennung als Beweis seiner überragenden Intelligenz und verspottet gleichzeitig seinen politischen Rivalen. Seine Anhänger feiern diesen Auftritt erwartungsgemäß. Aber was steckt wirklich hinter dem MoCA?

Der moca im detail: mehr als nur eine frage nach dem bären

Der moca im detail: mehr als nur eine frage nach dem bären

Der MoCA, entwickelt 2005 von Dr. Ziad Nasreddine in Montreal, Kanada, ist ein Fragebogen, der in etwa 10 bis 15 Minuten durchgeführt wird. Er bewertet verschiedene kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis, Orientierung, Sprache, räumliches Denken, exekutive Funktionen und Rechnen. Die maximale Punktzahl beträgt 30 Punkte; ein Ergebnis von 26 oder mehr gilt als normal. Es ist also kein Maß für allgemeine Intelligenz, sondern ein Screening-Instrument für kognitive Beeinträchtigungen.

Trumps Verhalten ist ein Lehrbuchbeispiel für Ablenkungstaktik. Anstatt sich mit substanziellen politischen Fragen auseinanderzusetzen, versucht er, das Narrativ zu kontrollieren und die öffentliche Meinung zu manipulieren. Die Inszenierung seiner vermeintlichen „geistigen Fitness“ ist ein billiger Versuch, von seinen Problemen abzulenken und seine Anhänger zu beschwichtigen. Die Wahrheit ist: Die Ergebnisse eines einzelnen Tests, insbesondere wenn sie auf diese Weise präsentiert werden, sind bestenfalls irreführend und können nicht als Beweis für außergewöhnliche Intelligenz gewertet werden. Die Medien sollten diesen Trick erkennen und die Aufmerksamkeit auf die eigentlichen politischen Herausforderungen lenken, anstatt sich von Trumps Selbstdarstellung blenden zu lassen.

Die Tatsache, dass Trump sich überhaupt der Notwendigkeit fühlt, seine geistige Leistungsfähigkeit auf diese Weise zu beweisen, spricht Bände und wirft ernste Fragen nach seiner politischen Eignung auf. Doch das eigentliche Problem ist nicht der Test selbst, sondern die Art und Weise, wie er instrumentalisiert wird, um eine fragwürdige Botschaft zu verbreiten.