Laura philipp bricht im höhentraining zusammen – hawaii-traum in gefahr
Die Nummer eins des deutschen Triathlons liegt statt auf der Passhöhe im Krankenbett. Laura Philipp, Ironman-Weltmeisterin von 2024, erlitt im Höhentrainingslager einen dramatischen Rückschlag: starke Bauch- und Rückenschmerzen stoppten ihre Saisonvorbereitung abrupt.
Sie postete ein Foto, das alles sagt: Infusion im Arm, grimmiger Blick, hinter ihr die Bergkulisse, die sie eigentlich erklimmen wollte. „Anstatt mein neues Jahr mit viel Training in den wunderschönen Bergen zu beginnen, verbrachte ich die letzten Tage im Krankenhaus“, schreibt die 39-Jährige.
Die zeit läuft gegen roth und hawaii
Die Challenge Roth am 5. Juli rückt bedrohlich nah. Noch 68 Tage, dann soll sie auf der berüchtigten Radstrecke ihre Form testen. Die WM auf Hawaii folgt am 10. Oktober. Dort will sie nach Bronze 2023 und 2025 endlich wieder Gold. Doch jetzt heißt es erst einmal: Infekt abwarten, Körper stabilisieren, Training neu justieren.
Philipp gibt sich kämpferisch: „Es geht langsam besser, ich kann wieder essen und trinken.“ Die Ironman-Distanz verzeiht aber keine Pause. Jeder verlorene Tag in der Base-Phase schlägt sich in Watt und Laktatwerten nieder. Ihr Coach wird die Planung umschmeißen müssen.

Die frage lautet: wie viel reserve bleibt?
Die Konkurrenz schläft nicht. Daniela Ryf jagt in der Schweiz ihre siebte Hawaii-Krone, Lucy Charles-Barclay meldet Rekordvolumen aus Südafrika. Philipp hingegen startet von Null. Die vergangenen beiden Jahre zeigten: Auf Big Island reicht keine 95-Prozent-Form. Wer dort gewinnen will, muss 100 % abrufen – und zwar bei 35 Grad Luft- und 26 Grad Wassertemperatur.
Ihr Vertrag mit Sponsor Canyon läuft 2027 aus. Ein weiterer Titel würde die Verhandlungsposition entscheidend stärken. Doch vorher muss der Körper mitspielen. Die nächsten drei Wochen entscheiden, ob sie Roth überhaupt angehen kann. Fällt auch diese Saison ins Wasser, droht der Mythos der ewigen Kommenden.
Die Bilder vom Krankenbett sind ein Weckruf. Die Philipp-Fans dürfen jetzt beten – und sie selbst muss hoffen, dass ihre Darmbakterien schneller rennen als sie selbst.
