Llorente-brille: hype oder augen-schaden?
Die Fußballwelt diskutiert – und das nicht nur über Taktik und Transfers. Marcos Llorente, Leistungsträger von Atlético Madrid, hat in den letzten Wochen für Aufsehen gesorgt, indem er regelmäßig gelbe und rote Gläser trägt. Was als modisches Accessoire startet, entpuppt sich nun als potenzielle Gefahr für die Augen unserer Nachwuchsgeneration. Experten warnen vor unüberlegten Nachahmern.

Der fragwürdige hype um farbige gläser
Die Nachfrage nach den speziellen Brillengläsern, die Llorente so auffällig präsentieren, ist in den letzten Wochen förmlich explodiert. Junge Fans erhoffen sich durch den Besitz der Accessoires eine gesteigerte sportliche Leistung oder zumindest einen modischen Vorteil. Doch die wissenschaftliche Grundlage für diese Behauptungen fehlt bislang gänzlich. Der pädiatrische Augenarzt Javier Hurtado macht deutlich: „Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass diese Gläser die Schlafqualität verbessern oder die Augenleistung steigern. Wenn jemand sich darin wohler fühlt, ist das seine Sache. Aber bitte nicht in den sozialen Medien damit werben, wenn man Millionen von Followern hat! Da werden junge Menschen in die Irre geführt.“
Hurtado betonte in einem Interview mit Cadena COPE, dass das Auge das wichtigste Sinnesorgan ist: „80 Prozent aller Informationen, die unser Gehirn erhält, gelangen über das Sehen zu uns. Daher ist es umso wichtiger, die Augen gesund zu erhalten und nicht durch fragwürdige Trends zu gefährden.“
Doch der Trend geht weiter. Neben den farbigen Gläsern warnt Hurtado auch vor noch drastischeren Eingriffen. „Das Verändern der Augenfarbe mit dem Laser oder gar das Tätowieren der Augen birgt enorme Risiken und überwiegt in keinem Fall die vermeintlichen Vorteile.“ Ein Pigment, das in die Iris eingebracht wird, kann die spätere Untersuchung des Augenhintergrunds erheblich erschweren – eine Untersuchung, die für die Diagnose von Krankheiten wie Diabetes unerlässlich ist. Eine unbedenkliche Alternative bietet hier die Verwendung von farbigen Kontaktlinsen.
Angesichts der zunehmenden Belastung unserer Augen durch Bildschirme empfiehlt Hurtado die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten einen Blick auf ein Objekt in 20 Metern Entfernung für 20 Sekunden werfen. Regelmäßiges Blinzeln hilft zudem, die Augen feucht zu halten und Trockenheit vorzubeugen. Schalten Sie das Licht höher und gönnen Sie Ihren Augen eine Pause!
Die Nachahmung von Fußballstars mag verlockend sein, doch die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen. Llorente mag seine modische Wahl treffen, aber die Verantwortung für die eigene Augengesundheit liegt bei jedem Einzelnen. Und die sieht derzeit fraglich aus.
