Tränen bei gasperini: abschied von atalanta rückt näher

Bergamo – Die Luft knisterte förmlich vor Emotionen, als Gian Piero Gasperini, der Mann, der Atalanta in eine europäische Spitzenmannschaft verwandelte, am Rande der Vorbereitung auf das Spiel gegen Rom öffentlich seine Erinnerungen schwelgte. Ein Moment der Rührung, der die Frage nach seiner Zukunft bei den Nerazzurri lauter werden ließ.

Eine dekade des wandels: wie gasperini atalanta neu erfand

Es ist kaum zu glauben, dass es fast zehn Jahre her ist, seit Antonio Percassi Gasperini als seinen „Top-Trainer“ präsentierte. Ein prophetisches Urteil, denn der Italiener katapultierte den Verein aus Bergamo in Höhen, von denen man zuvor nur träumen konnte. Europa League, Champions League, unvergessliche Nächte im Gewand des Underdogs – Gasperini hauchte Atalanta neues Leben ein.

Die Geschichte begann am 15. Juni 2016. Percassi sprach von einem „Wertschöpfungsprozess“, und tatsächlich, die Entwicklung war geradezu atemberaubend. Doch der Schlüssel lag nicht nur in taktischen Finessen, sondern auch in der unerschütterlichen Treue des Vereins. Erinnern wir uns an die ersten fünf Spiele der Saison 2016/17, in denen man nur einen Sieg einfahren konnte. Der Druck war enorm, die Spekulationen über eine Entlassung laut. Doch Percassi behielt Vertrauen, und die Mannschaft antwortete mit einem 3:1-Sieg gegen Crotone.

Die Partie gegen Neapel, die als „Wendepunkt“ in die Geschichte einging, besiegelte den Aufstieg. Ein 1:0-Sieg, erzielt durch ein Tor von Patrick Petagna, veränderte die Stimmung im Umfeld des Vereins. Junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, wie Gagliardini, Caldara, Conti und Kessié, blühten unter Gasperinis Anleitung auf. Antonio Percassi selbst gab zu, dass er in der Nacht vor der Aufstellung keine Augen geschlossen hatte, so sehr war er von der taktischen Brillanz seines Trainers beeindruckt. Sein Diktat war klar: „Der Trainer ist stark und muss unterstützt werden.“

Die säule des erfolgs: das vertrauen von präsident percassi

Die säule des erfolgs: das vertrauen von präsident percassi

Gasperini verkaufte talentierte Spieler, formte eine schlagkräftige Mannschaft und führte Atalanta in die Champions League. Diese Erfolge waren eng mit der bedingungslosen Unterstützung von Präsident Percassi verbunden. Die Verlängerung seines Vertrages um weitere drei Jahre im Mai 2017 war ein klares Zeichen der Wertschätzung. Das Foto von Gasperini und Percassi auf der Piazza Vecchia, einem Wahrzeichen von Bergamo, wurde zum Symbol ihrer Partnerschaft.

Auch als der Verein 2019 von neuen Eigentümern, den Pagliucas, übernommen wurde, blieb Percassi Präsident und „der gemeinsame Nenner“ zwischen Vergangenheit und Zukunft. Gasperini lobte seinen ehemaligen Präsidenten als „außergewöhnlichen Unternehmer“ und betonte die Bedeutung ihrer Beziehung.

Ein abschied in sicht?

Ein abschied in sicht?

Die Ära Gasperini bei Atalanta neigt sich dem Ende zu. Im Februar 2025 kündigte der Trainer an, dass es keine weiteren Vertragsverlängerungen geben würde. Eine offenkundige Vorbereitung auf den Abschied. Die Spekulationen über einen möglichen Bruch begannen bereits 2022 mit der berüchtigten „drei Straßen“-Pressekonferenz. Die erneute Verlängerung seines Vertrages im Jahr 2023 und 2024 konnte die Gerüchte nicht vollständig zerstreuen.

Selbst wenige Tage vor seinem endgültigen Abschied, bei der Premiere des Films über den Triumph von Dublin, betonte Percassi: „Wir hoffen, dass der Trainer bei uns bleibt.“ Gasperini konterte mit einem Lächeln: „Ein weiterer Beweis für die Wertschätzung und die gegenseitige Beziehung, die wir haben. Es gab nie ein Problem. Alles ist Fußball. Und der Fußball geht weiter.“ Aber die Erinnerungen und die Verbindungen bleiben bestehen – und manchmal lassen sie einen Trainer Tränen vergießen.

Die Zukunft von Atalanta ohne Gian Piero Gasperini ist ungewiss. Eines ist jedoch sicher: Die Spuren, die er hinterlassen hat, sind tief und werden noch lange in Erinnerung bleiben. <Die Ära endet, aber die Legende lebt weiter.