Trae youngs saison ist gelaufen – washington zieht die notbremse
Die Washington Wizards ziehen die Reißleine. Nach seiner zweiten Quadrizeps-Zerrung am rechten Oberschenkel innerhalb von drei Wochen ist Trae Young für den Rest der Saison tabu – und das, obwohl eine Operation nicht nötig ist.
Der 25-Jährige verletzte sich am Dienstag im Duell mit den Golden State Warriors erneut an der selben Stelle, die ihn bereits Anfang März lahmlegte. Zusätzlich diagnostizierten die Ärzte eine Irritation der Lendenwirbelsäule. Die Kombination aus Muskelbündelriss und Rückenreizung lässt selbst hartgesottene NBA-Mediziner aufstöhnen.
Die bilanz ist ein offenbarungseid
Seit seinem spektakulären Trade von den Atlanta Hawks Anfang Februar kam Young auf nur fünf Einsätze. 15,2 Punkte und 6,2 Assists in 21 Minuten – das klingt nach Solide, ist in Wahrheit ein Desaster. Denn Washington tauschte dafür zwei First-Round-Drafts und den jungen Forward Daniel Gafford hin. Ein Preis, der bei 16-53 Bilanz und 13 Spielen Restprogramm wie Hohn klingt.
Inside the Verizon Center schlagen die Stimmungsbarometer bereits auf „Tank Mode“. Die Franchise hat intern beschlossen, kein Risiko einzugehen. „Warum sollten wir einen Spieler mit maximaler Vertragsgarantie für sinnlose Spiele aufs Feld schicken?“, zitiert ein mit der Situation vertrauter Manager. Die Entscheidung fiel am Donnerstagmorgen im Krisen-Call zwischen Vorstand, Medical Staff und Trainer Brian Keefe.

Youngs körper spricht eine klare sprache
Der Spieler selbst zeigte sich nach der Diagnose laut Augenzeugen „sichtlich mitgenommen“. Sein Quadrizeps zeigte auf Ultraschall-Bildern mikroskopische Risse, die sich bei erneuter Belastung innerhalb von Sekunden zu einem kompletten Muskelriss ausweiten könnten. Die Lendenwirbel-Reizung kommt da fast wie ein Nebenschauplatz daher – ist es aber nicht. Sie erklärt, warum Youngs Sprungkraft in den vergangenen Wochen um 11 Prozent sank, gemessen mit NBA-Tracking-Daten.
Für die Wizards ist der Schritt konsequent. Mit Chet Holmgren und Victor Wembanyama tanken andere Teams bereits offiziell. Washington hingegen muss nur noch 13 Mal verlieren, um die besten Lottery-Odds zu sichern. Young auf der Bank hilft dabei mehr als auf dem Parkett.
Der Guard selbst wird die Playoffs zum dritten Mal in Folge verpassen. Sein Vertrag läuft 2027 aus, die 43 Millionen Dollar im letzten Jahr garantiert. Für General Manager Will Dawkins beginnt jetzt die schwierige Rechnung: Handelt man Young im Sommer weiter, nachdem er gerade mal 105 Minuten im Wizards-Trikot gespielt hat? Oder riskiert man, dass sich der Muskelflitters wiederholt und der Marktwert auf Discount-Niveau sinkt?
Fakt ist: Die Saison ist für Trae Young gelaufen – und mit ihr vielleicht auch sein Image als unverkäuflicher Superstar. Die nächsten Monate werden zeigen, ob Washington ihn als Milliarden-Projekt oder als teure Fehlinvestition verbucht. Die Liga jedenfalls hat sich längst auf den nächsten Trade vorbereitet.
