Tour de france zieht vor – giro-veranstalter wehrt sich mit scharfer attacke
Der Kalender-Krieg ist eröffnet. Die ASO drückt den Tour-Auftakt 2028 auf den 24. Juni, der Giro bleibt stur auf seinem Mai-Termin. Paolo Bellino, Chef von RCS Sport, kontert sofort: „Unangemessen, ohne internationale Abstimmung.“
Rcs reagiert mit deutlicher kritik
Die Ansage kam beim Champagner-Empfang in Reims, doch in Mailand schmeckt sie bitter. Bellino wettert gegen die Einbahnmaßnahme der Franzosen: „Wir rücken nicht, wir passen uns nicht an, wir stehen dort, wo der Giro seit Jahrzehnten steht.“ Seit 1966 hat die Grande Boucle nicht mehr so früh begonnen – damals war der Giro gerade erst zu Ende. 2028 droht dieselbe Enge.
Die Rechnung ist simpel: Zwischen dem 31. Mai, dem traditionellen Giro-Ziel, und dem neuen Tour-Start liegen nur drei Wochen – für die Fahrer eine Zumutung, für die Teams ein Logistik-Albtraum. Bellino zieht die Schlinge enger: „Wer im April starten will, soll das selbst probieren. Der Giro fährt im Mai, Punkt.“

Rcs fordert verschiebung des giro 2027
Hinter den Kulissen arbeitet RCS schon am nächsten Schachzug. Seit Jahren pocht man bei der UCI darauf, den Giro um eine Woche nach hinten zu schieben – wegen Schneerisiken in den Dolomiten und um den 2. Juni, den italienischen Nationalfeiertag, fest ins Programm zu setzen, so wie die Tour den Quatorze Juillet. „Wir haben den Antrag für 2027 wiederholt eingereicht, 2028 liegt noch nicht auf dem Tisch“, sagt Bellino. Die Antwort der UCI steht aus, doch der Druck wächst.
Die Geschichte wiederholt sich. 2021 rückte die Tour wegen Tokio vor, 2018 zurück – je nach Interessen der ASO. Diesmal aber wehrt sich der Giro mit offener Waffe. Bellino lässt keinen Zweifel: „Ein globaler Kalender heißt gemeinsam verhandeln, nicht diktieren.“
Die Uhr tickt. Wenn sich die internationalen Verbände nicht einigen, droht 2028 das engste Grand-Tour-Fenster seit 62 Jahren – und die Fahrer werden zwischen Frankreich und Italien zerren müssen. Der Giro hat sein Ultimatum formuliert. Jetzt ist die Tour am Zug.
