Tour de france: eintrittspreise an bergstrecken? prudhomme warnt vor unrealistischen vorstellungen

Tour de france: chef prudhomme äußert sich zu möglichen eintrittsgeldern

Die Debatte um Eintrittspreise an den legendären Anstiegen der Tour de France nimmt Fahrt auf. Nachdem im letzten Jahr bereits Vorschläge gemacht wurden, um dem enormen Zuschauerandrang besser Herr zu werden und die Sicherheit zu gewährleisten, hat sich Tour-Chef Christian Prudhomme nun in einem exklusiven Interview mit Eurosport Frankreich dazu geäußert. Seine Worte lassen wenig Raum für Optimismus bei Befürwortern dieser Idee.

Angst vor der kommerzialisierung

"Ich lache über diese Frage, aber eigentlich macht mir das Angst", so Prudhomme, der auf den Vorschlag von Visma-Lease a Bike-Boss Richard Plugge Bezug nimmt, der im letzten Jahr die Einführung von Eintrittsgeldern in Höhe von "vier oder fünf Euro" an den entscheidenden Punkten entlang der Strecke ins Spiel gebracht hatte. Prudhomme betont, dass Politiker eine Etappe der Tour de France gerade deshalb wollen, weil sie kostenlos ist.

Sicherheitsprobleme und fan-verhalten

Sicherheitsprobleme und fan-verhalten

Im letzten Jahr kam es am Hautacam zu kritischen Situationen, als sich Profi-Rennfahrer die Abfahrt mit zahlreichen Hobbyradfahrern teilen mussten. Dies verdeutlichte die Notwendigkeit, den Zuschauerandrang besser zu kontrollieren. Trotzdem sieht Prudhomme in der Erhebung von Eintrittsgeldern keine Lösung.

"Wir sind auf einer straße unterwegs, die uns nicht gehört"

Prudhomme kritisiert, dass einige im Radsport die Strukturen des Fußballs kopieren wollen. "Die Leute aus der kleinen Welt des Radsports möchten, dass es so läuft wie im Fußball, aber wir sind nirgendwo zu Hause", erklärt er. "Wir haben kein eigenes Stadion, keine eigene Eishalle, keinen eigenen Basketballplatz, kein eigenes Schwimmbad. Wir sind auf einer Straße unterwegs, die uns nicht gehört und uns nie gehören wird. Die Tour de France meiner Träume ist die Tour de France, die vor meinem Haus vorbeifährt."

Das prinzip der kostenlosigkeit

Seit 2007 leitet Prudhomme die Tour-Organisation ASO und hat die Grand Boucle in dieser Zeit mehrfach verändert. Dennoch bleibt er ein Radsport-Purist: "Für mich wäre es Ketzerei, den Leuten Eintritt zu berechnen. Auf der Strecke der Tour de France gilt das Prinzip der Kostenlosigkeit. Bei mir wird das jedenfalls immer so bleiben. Man kann nicht so tun, als ob das Publikum, die Menschen der Tour de France, nicht integraler Bestandteil ihres Erfolgs wären."

Spannung und die rolle der fahrer

Prudhomme betont, dass ihm als Fan der Spannung im Rennen besonders wichtig ist. "Wenn es keine Spannung gibt, geht es mir genauso wie allen Anderen", sagt er. Die Streckenplanung sei stets darauf ausgerichtet, spannende Rennen zu ermöglichen, aber die Entscheidung über den Verlauf des Rennens liege letztendlich bei den Fahrern.

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