Tottenham trennt sich von tudor – nur ein sieg, abstiegssturm droht
Six Wochen, sieben Spiele, nur ein Sieg: Igor Tudor ist nicht mehr Trainer von Tottenham Hotspur. Der Kroate musste den Nord-Londonern nach der 0:3-Schlappe gegen Nottingham Forest den Kopf hinhalten – und das nur 42 Tage nach seiner Ernennung.
Der countdown läuft: nur noch ein punkt vorsprung
Die Tabelle lügt nicht. Mit 25 Punkten hängt Tottenham einen Zähler über dem Schleudersitz, und nach der Länderspielpause warten sieben Finals auf die Spurs. Die Club-Bosse sprachen von einer „einvernehmlichen Trennung“, doch hinter den Kulissen sickerte durch: Tudor hatte die Kabine verloren. Kein Druck, keine Idee, keine Punkte.
Der 46-Jährige kam am 14. Februar als Feuerwehrmann, nachdem Thomas Frank nach einer Serie von fünf Niederlagen den Rücktritt erzwungen hatte. Die Hoffnung: Tudors Serie-A-Magie von Lazio und Juventus wiederholt sich in der Premier League. Stattdessen folgten vier Liga-Pleiten, ein torloses Remis bei Brentford und das Debakel gegen den direkten Konkurrenten aus Nottingham.

De zerbi sagt nein – dyche dementiert
Die Wunschlösung hieß Roberto De Zerbi. Der Italiener, der Marseille Anfang Februar verließ, sollte mit einer Abstiegsklausel und einem Sofort-Start gelockt werden. Doch De Zerbi lehnte ab – er wartet auf ein Projekt mit Perspektive, nicht auf ein sechs-Wochen-Himmelfahrtskommando.
Mauricio Pochettino und Bournemouths Andoni Iraola sind für die kommende Saison im Gespräch, bringen aber keine Lizenz für den Saison-Endspurt mit. Sean Dyche’ Name kursierte ebenfalls, der Everton-Coach dementierte sofort. Bleibt die Frage: Wer wagt das Tottenham-Seil-Tanzen?

Finale woche eins beginnt in sunderland
Am 12. April geht’s zum abstiegsbedrohten Sunderland – ein Sechs-Punkte-Spiel vor dem 33. Spieltag. Die restlichen Gegner: Manchester City, Liverpool, Arsenal, Brighton, Fulham und Everton. Kein Geschenk in Sicht. Die Spurs müssen mindestens zwölf Punkte holen, um die 40-Punkte-Marke zu knacken – historisch der Rostschutz in der Premier League.
Die Abrechnung fällt bitter aus: Tudor gewann nur das Champions-League-Rückspiel gegen Atlético Madrid (2:1), nachdem die Qualifikation im Hinspiel verspielt war. In der Liga blieb seine Mannschaft ohne Clean Sheet, ohne Spielfluss, ohne Glauben. Der Kroate selbst trauert noch um seinen Vater, der am vergangenen Sonntag verstarb. Die Trennung wurde daher um einige Tage verschoben – ein menschlicher Fußnote in einem Chaos-Semester.
Tottenham sucht jetzt einen Interimscoach, der sieben Mal ins Feuer springt. Die Uhr tickt, die Gelder der TV-Rechte schrumpfen bei jedem Platz weiter unten. Die nächste Entscheidung fällt in 72 Stunden. Wer auch immer das Mikrofon übernimmt, muss sofort liefern – sonst fliegen die Spurs erstmals seit 1977 aus der Top-Flight. Die Liga wartet nicht auf Trauerarbeit.
