Tottenham kämpft ums überleben – der absturz eines klubs
Vier Punkte. Das ist alles, was zwischen Tottenham Hotspur und dem freien Fall in die Championship steht. 28 Spieltage, Rang 16, zehn Ligaspiele in Folge ohne Sieg – und ein neuer Trainer, der nach zwei Niederlagen bereits offen zugibt, dass er ein Wrack übernommen hat. Was hier gerade passiert, ist kein Formtief. Das ist ein institutioneller Kollaps.

Wie man einen klub systematisch gegen die wand fährt
Man muss fair sein: Das, was Tottenham in den letzten sieben Jahren veranstaltet hat, verdient eine gewisse morbide Bewunderung. Seit dem Champions-League-Finale 2019 unter Mauricio Pochettino – dem einzigen Trainer der jüngeren Vereinsgeschichte, dem die Fans noch heute hinterhertrauern – haben die Spurs fünf permanente Coaches verschlissen. Mourinho. Conte. Espírito Santo. Postecoglu. Und jetzt der Däne Thomas Frank, der 26 Premier-League-Spiele lang mit einem Punkteschnitt von 1,12 durchwursteln durfte, während der Klub langsam in der Tabelle versank. Eine klare Linie? Eine erkennbare Philosophie? Nichts dergleichen.
Mitte Februar folgte dann die unvermeidliche Konsequenz: Igor Tudor übernahm das Ruder. Der Kroate soll retten, was noch zu retten ist – und wird nach Saisonende wieder gehen. Ein Feuerwehrmann auf Zeit, mehr nicht. Zwei Spiele, zwei Niederlagen später klingt Tudor wie jemand, der gerade erst begreift, in welches Schlamassel er geraten ist: „Wir waren nicht gut, uns hat alles gefehlt. Im Angriff und in der Verteidigung. Hier gibt es Probleme, große Probleme.
