Tottenham jagt guirassy – bvb droht poker ohne sicherheitsnetz

Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt – Der Ball rollt noch, doch die Schachfiguren stehen schon. Serhou Guirassy hat Borussia Dortmund in den letzten Wochen mit 19 Toren vor dem Abgrund weggekocht, und genau das macht ihn jetzt zur heißesten Ware Europas. Tottenham schickt Scouts, Milan legt 60 Millionen auf den Tisch, der BVB muss zuschauen, wie sein Notnagel zur Goldgrube wird.

Die klausel, die alles verrückt macht

50 Millionen Euro – das klingt nach klare Kante, ist es aber nicht. Die Ausstiegsklausel gilt nur für Real Madrid, Barcelona und die Saudis. Tottenham zählt nicht dazu. Also: offene Verhandlung, offene Preis-Spirale. Milan hat schon signalisiert, dass man bereit ist, die 50 zu übertreffen. Die Folge: Ein Spieler, den der BVB für 15 Millionen aus Stuttgart holte, könnte den Klub mit einer einzigen Unterschrift aus der Finanzmisere katapultieren.

Die Rechnung ist schmerzhaft simple: Ausscheiden in der Champions League kostet rund 27 Millionen. Verkauf von Guirassy für 60? Plus 33, ein Transfer, der die komplette Sommerplanung finanzieren könnte. Doch es gibt einen Haken: Trainer Nuri Şahin will den Franzosen unbedingt halten. Sportlich verständlich, wirtschaftlich riskant.

Warum tottenham plötzlich so heiß ist

Warum tottenham plötzlich so heiß ist

Die Spurs stecken auf Platz 16 fest, haben gerade Coach Ange Postecoglou freigestellt und suchen nach einem neuen Gesicht für die Rebuild-Ära. Guirassy passt ins Profil: 30 Jahre, Körper wie ein Panzer, Abschluss wie ein Scharfschütze. London bietet ihm ein Gehalt von 15 Millionen netto plus Bonus – fast eine Verdoppelung. Und die Premier-League-PR-Maschine würde ihn über Nacht in den globalen Marken-Turbo schicken.

Was niemand außerhalb der Geschäftsstelle ahnt: Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl hat bereits einen internen Stellvertreter im Visier – Evanilson von Porto, Ablöse 40 Millionen. Geht Guirassy, wird der Brasilianer teurer. Bleibt Guirassy, fehlt das Geld für Evanilson. Ein Zirkelschluss, der sich in den nächsten 60 Tagen entscheidet.

Die stunde der wahrheit beginnt in augsburg

Die stunde der wahrheit beginnt in augsburg

Am Samstag trifft Dortmund auf Augsburg. Guirassy reist mit leicht angeschlagenem Sprunggelenk an, wird aber spielen – sein Marktwert braucht weitere Treffer. Die Scouts von Tottenham sitzen wieder in Reihe vier, Milan hat den Videoanalysten auf die Tribüne geschickt. Jeder Ballkontakt wird live nach Mailand und London gestreamt. Kehl sitzt zwischen den Stühlen: Er muss hoffen, dass sein Torjäger trifft, aber nicht zu viel, damit der Preis nicht explodiert.

Die ironie: Gerade weil Dortmund in der Liga noch um die Champions-League-Plätze zittert, steigt der Druck, Guirassy zu verkaufen. Ein Teufelskreis. Die Entscheidung fällt zwischen dem 15. Mai und dem 15. Juni – genau in dem Zeitfenster, in dem die Europapokal-Quali geklärt ist. Sportlich und finanziell hängt alles an einem einzigen Knie von Serhou Guirassy.

Am Ende zählt nur eine Zahl: 60 Millionen Euro – das ist der Preis für die Zukunft des BVB. Oder für die neue Ära von Tottenham. Je nachdem, wer zuerst blinkt.