Oslo wirft drei debütanten ins finale: nawrath braucht platz sieben
Der Deutsche Skiverband (DSV) schickt am Holmenkollen ein halbes Neun- und ein halbes Sechser-Team, das sich liest wie ein Drehbuch: Routinierte Hoffnungsträger, frisch gebackene IBU-Cup-Helden und ein Streichfähnchen für Philipp Nawrath, der um die Top Ten des Gesamtweltcups kämpft.
Der Verband nominierte acht Männer und sechs Frauen für die letzten drei Tage der Saison. Neben Vanessa Voigt und Janina Hettich-Walz rückt mit Julia Kink eine Athletin nach, die in Lake Placid gewann und sich den Kontinentaltrip sparen darf. Das Männer-Quartett Simon Kaiser, Franz Schaser, Elias Seidl kommt ebenfalls aus dem IBU-Cup – für Schaser und Seidl ist es der erste Weltcup-Einsatz überhaupt.
David zobel bleibt zu hause – und macht platz
Die Entscheidung, David Zobel nach Otepää aus dem Kader zu nehmen, öffnete drei zusätzliche Startplätze. Die Männer nutzen sie konsequent: Kaiser bringt Erfahrung mit, Schaser und Seidl bringen Nerven, die sie jüngst in den USA unter Beweis gestellt haben. „Wir wollen jungen Impulsen Raum geben“, sagt der scheidende Sportdirektor Felix Bitterling und nennt Nawrath trotzdem den „Ankerpunkt“ der Truppe.
Für Nawrath bedeutet das Finale reine Mathematik. Er muss in Oslo mindestens Platz sieben schaffen, um die Gesamt-Weltcup-Top Ten zu halten. Die letzten zehn Rennen zeigten: Kann er stehen, kann er schießen. Ob er am Samstag in der Verfolgung und am Sonntag im Massenstart durchzieht, entscheidet sich auf 50 Metern Schießstand und 10 Kilometern Loipe.

Frauen-team setzt auf sprint-olympia
Die Frauen reisen mit der vierten des Sprints von Otepää an. Janina Hettich-Walz war es, die dem DSV dort das letzte Podest rettete. Vanessa Voigt lieferte sich mit der Norwegerin Ingrid Landmark Tandrevold ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das 2,5 Sekunden entschied. Beide wollen in Oslo nachlegen, bevor die Saison mit den Massenstarts endet.
Der Zeitplan ist eng: Donnerstag und Freitag Sprint, Samstag Verfolgung, Sonntag Massenstart – jeweils für Männer und Frauen. Eurosport und HBO Max übertragen ab 19. März live. Wer zählt, ist nicht der, der führt, sondern der, der in der letzten Runde noch zielt. Für Franz Schaser und Elias Seidl heißt das: erste Weltcup-Punkte oder Heimfahrt mit Lehrgeld. Für Philipp Nawrath heißt es: alles oder nichts für die kleine Kristallkugel.
Das Debüt der Neuen, die Rechnung des Alten – und ein Holmenkollen, der wieder einmal nur zwei Dinge verlangt: keine Fehler und eine Menge Herz. Die Saison endet, wo sie für viele Athleten begann: auf Schnee, der noch immer riecht wie Frühling.
