Tottenham: de zerbi übernimmt – rettet er die saison?
Chaos im Nordlondon! Nach dem katastrophalen Aus von Thomas Frank und dem kurzzeitigen Intermezzo mit Igor Tudor steht Tottenham Hotspur nun unter dem Kommando von Roberto de Zerbi. Doch der italienische Feuerkopf übernimmt eine Mannschaft in akuter Abstiegsgefahr – und die Frage ist, ob er das Ruder noch herumreißen kann.
Ein volcan auf dem vormarsch – oder eine weitere enttäuschung?
De Zerbi, bekannt für seinen offensiven und risikoreichen Spielstil, hat bei seiner Ankunft große Ziele formuliert. „Ich glaube an die Ambitionen dieses Vereins und bin hier, um mit harter Arbeit und Leidenschaft Großes zu erreichen“, erklärte er. Ein langfristiger Vertrag bis 2031 unterstreicht die Erwartungen der Vereinsführung. Doch die Realität sieht düster aus: Tottenham liegt nach 31 Spieltagen in der unteren Tabohälfte und hat bereits die niedrigste Punktzahl in der Premier League-Ära verzeichnet – nur 30 Punkte. Ein Debüt gegen Sunderland in einem stets schwierigen Stadium of Light wird De Zerbi vor eine enorme Herausforderung stellen.
Die Situation ist beispiellos für einen Verein von Tottenham's Größe. Seit August 2015 war der Verein nicht mehr in der Abstiegszone, und die letzte Saison, in der Tottenham den Abstiegskampf bestritt, liegt bereits 1976/77 zurück. Die zahlreichen Verletzungen in der Mannschaft – darunter Kudus, Bissouma, Odobert, Kulusevski, Maddison, Bentancur, Ben Davies, Vicario, Tel und Pape Sarr – erschweren De Zerbis Aufgabe zusätzlich.
Die Taktik-Herausforderung: De Zerbi ist ein Trainer, der Zeit benötigt, um seine komplexen Spielsysteme zu implementieren. Seine bisherige Bilanz bei Brighton und Hove Albion, wo er bereits als Nachfolger von Graham Potter antrat und anfangs Schwierigkeiten hatte, zeigt, dass Geduld gefragt ist. Ob er in der aktuellen Notsituation seine Vorstellungen umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Seine Zeit in Marseille, wo er zwar eine starke Mannschaft formte und mit einer hohen Ballbesitzquote und zahlreichen Torschüssen überzeugte, aber letztendlich aufgrund einer deutlichen Niederlage gegen Paris Saint-Germain scheiterte, sollte ihm eine Warnung sein.
De Zerbi selbst betont, dass er sich nicht als besserer Trainer als seine Vorgänger betrachtet. „Ich werde versuchen, meinen Stil, meine Persönlichkeit und meine Stärken einzubringen, um unser Ziel zu erreichen – den Klassenerhalt“, so der neue Coach. Er scheut sich nicht, sich selbst zu fordern und die Erwartungen der Fans zu erfüllen. Aber eine Sache ist klar: Tottenham braucht jetzt Ergebnisse, und zwar schnell. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob De Zerbi den Tottenham Hotspur zurück in die Erfolgsspur bringen kann.
Die Hoffnung ruht auf dem neuen Trainer, doch die Zeichen stehen nicht gut. Der Druck ist enorm, und die Zeit läuft ab. Ob de Zerbi die notwendige Balance zwischen seinem taktischen Anspruch und der pragmatischen Notwendigkeit findet, um Tottenham vor dem Abgrund zu bewahren, wird sich zeigen.

Der klassenerhalt hat höchste priorität
„Unser Fokus liegt auf dem Abstiegskampf. Jeder Punkt ist jetzt entscheidend“, so de Zerbi, während er die Fans auffordert, ihm zu vertrauen und gemeinsam an einem erfolgreichen Ende der Saison zu arbeiten. Ein schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich.
