Tottenham brennt durch: kinsky raus nach 17 minuten – tudor verzweifelt in madrid

Der Champions-League-Abend begann mit einem Stolperer und endete in einem Debakel. Antonin Kinsky, 23, eigentlich die Nummer 3, durfte in Madrid ran – und flog nach 17 Minuten wieder raus. Dazwischen lagen drei Gegentore, zwei Ausrutscher, ein verlorenes Spiel und ein Trainer, der sich selbst widersprach.

Igor Tudor hatte Guglielmo Vicario wegen „fehlender Strahlung“ auf die Bank gesetzt. Dann schickte er ihn wieder zwischen die Pfosten, weil Kinsky plötzlich noch strahlungsloser wirkte. Die Rechnung ging nicht auf. Vicario kassierte direkt das 0:4, Tottenham steht in der Premier League auf dem Relegationsplatz und Tudor fragt sich wohl, warum er diesen Job überhaupt angetreten ist.

Die minuten, die kinsky in den ruin schickten

Minute 6: Kinsky rutscht beim Rückpass weg, Marcos Llorente schiebt ein. Minute 14: Micky van de Ven verliert die Sohle, Antoine Griezmann schießt aus 13 Metern flach ein. Minute 15: Kinsky trifft den Ball nicht, Julian Alvarez schiebt ins leere Tor ein. Minute 17: Tudor winkt ab. Vicario kommt, pustet sich die Hände warm – und kassiert in Minute 22 das 0:4 durch Robin Le Normand.

Die Wanda Metropolitano feierte, die Spurs-Anhänger verstummten. Es war das schnellste Auswechseln eines Keepers in der Königsklasse seit Opta die Daten erfasst. Kinsky brauchte 69 Sekunden, um sich selbst zu annullieren.

Tudor steht mit dem rücken zur wand

Tudor steht mit dem rücken zur wand

Der Kroate hat drei Liga-Spiele absolviert, alle verloren, Tordifferenz 2:9. Die defensive Schieflage ist kein neues Problem, aber sie wird unter ihm zur Farce. Tottenham kassierte in den letzten fünf Pflichtspielen 16 Gegentreffer. Die Statistik lügt nicht: Wer so verteidigt, landet auf Platz 18.

Intern ist die Stimmung laut Insidern „gekennzeichnet von Ratlosigkeit“. Die Spieler verstehen Tudor’s Richtungswechsel nicht: Erst Vicario schwächeln lassen, dann Kinsky opfern, danach wieder auf Vicario zurückgreifen. Die Kommunikation sei „fragmentiert“, hieß es aus dem Trainingslager. Übersetzt: Niemand weiß, wer morgen im Tor steht – und das 48 Stunden vor dem Liga-Duell gegen Fulham.

Die saison droht zu kollabieren

Die saison droht zu kollabieren

Die Champions-League war die letzte Rettungsplattform. Jetzt ist sie es nicht mehr. Tottenham benötigt in der Rückspiel-Woche ein 4:0 oder höher, um noch zu träumen. Realistischer ist das zweite London-Derby in Folge: Abstiegskracher gegen Fulham, dann Newcastle auswärts. Verliert Tudor beide Partien, dürfte die Klubführung den Rotstift zücken. Die Trennung wäre die vierte Trainer-Entlassung in 18 Monaten.

Kinsky wird vorerst wieder die Bank kuscheln, Vicario muss sich fragen, ob er überhaupt noch Sicherheit vermitteln kann. Und Tudor? Der muss beweisen, dass seine Taktik mehr ist als ein Wechselkarussell. Sonst fliegt nicht nur der Keeper früh raus – sondern auch der Coach.