Torun brennt: italien jagt gold-rekord – neun finals am letzten tag

Um 10.20 Uhr springt Larissa Iapichino, um 19.12 Uhr folgt Mattia Furlani – zwischen diesen beiden Momenten könnte sich Italiens größter Medaillen-Tag der Hallen-Weltmeisterschaft schreiben. Nach Gold durch Diaz, Battocletti und Dosso liegt die Squadra Azzurra vorne im Klassement, doch Polen will die Spitze zurückerobern.

Die stunde der schwerter und springer

Im Torun Arena steht die Ausdauer der italienischen Stabhochspringer auf dem Prüfstand. Fabbri, mit 22,90 m Jahresbestweite, ist Favorit im Kugelstoßen, muss aber gegen den US-Gigant Crouser und den heimischen Favoriten Nowicki bestehen. Ponzio, Bronze von Tokio, schielt auf Edelmetall – und weiß: eine weitere 22-Meter-Marke würde die Tabelle sprengen.

Die 1500-m-Herren-Finals um 18.38 Uhr versprechen Drama pur: Riva und Arese laufen gegen das Feld der zentralasiatischen Dauerbrenner, die in Torun schon zweimal die Taktik gewechselt haben. Wer das Innenband nimmt, spart 30 cm pro Runde – bei 3:35 Minuten Renndauer entscheidet das über Podest oder Pech.

Furlani will den doppelpack

Furlani will den doppelpack

Mattia Furlani hat Nanking und Tokio gewonnen – Halle ist sein Revier. Mit 8,34 m Saisonbestweite liegt er zwei Zentimeter vor dem Griechen Miltiadis, doch der polnische Boden springt anders. „Hier trägt die Anlaufbahn keinen Sand, sie beißt“, sagte er gestern. Der 19-Jährige könnte als erster Springer seit 1987 drei Goldmedaillen in einer Saison holen.

Die Staffel-Finale der 4×400 m Männer und Frauen beschließen den Abend. Italien meldet zwei neue Läuferinnen – Pellicoro und Coiro –, die in 52,0-Sekunden-Runden das Podest angreifen wollen. Die Briten sind schnell, aber sie haben in dieser Halle noch nie gewonnen. Das Rennen startet um 20.47 Uhr, die letzte Chance für die Medaillen-Rechnung.

Live geht’s auf Rai Sport, Sky Sport Arena und den Streams von RaiPlay und SkyGo. Wer nicht zappen will: Gazzetta.it tickert Sekunde für Sekunde mit. Die Bilanz nach 48 Stunden: 7 Gold, 4 Silber, 3 Bronze – und ein Land, das sich neu erfindet. Torun ist nicht mehr nur ein Städtchen in Polen, es ist das Zentrum des italienischen Leichtathletik-Wunders. Wenn heute Abend die letzte Staffel durchs Ziel rauscht, steht ein neuer Begriff: italiano d’inverno.