Torhüterin friesen hält werder bremen fest – zweitliga-klub sichert frühen baukasten

Yasmin Friesen bleibt Werder Bremen treu. Die 23-jährige Torhüterin verlängert vorzeitig bis 2026 und schickt damit ein erstes Signal im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga.

Warum der deal schon jetzt glücksfall genug ist

Normalerweise schieben Clubs Vertragsgespräche auf die heiße Phase der Saison. Werder macht’s anders. Mit Friesen sichert sich die Nord-Elf eine Leistungsträgerin, die in 17 Partien 93 Paraden zeigte und die Fangquote (34 %) zur besten der Liga zählt. „Wir haben keinen Bock auf Sommertheater“, sagt Sportchef Jan Giese lapidar. Die Verlängerung sei „ein klares Bekenntnis an die eigene Jugend und an den Klassenerhalt“.

Cheftrainerin Renee Verschuren schwärmt von „einer Keeperin mit Liga-Niveau und Bundesliga-Kopf“. Gemeinsam mit Torwart-Coach Janice Fleischer plane man „micro-steps“: Fußarbeit, Abwehrkommunikation, Spielöffnung – Details, die in der 2. Liga über Sieg und Niederlage entscheiden. Friesen selbst redet nicht lange: „Ich bin hier angekommen, ich bin bremerisch geworden, und ich will nach oben.“

Die Lehrerin in der Ausbildung war 2022 vom TV Großwallstadt an die Weser gewechselt, absolvierte binnen zwölf Monate 1.600 Trainingseinheiten und wurde zur Stammkraft. Ihre Familie zog nach, der Klub baute eine Wohnung nahe der Halle. „Wenn sich Umgebung und Sportgefühl so verbinden, will man nicht weg“, sagt sie. Die Zahlen sprechen für sie: Sie ist jüngste Nummer-eins-Frau der Liga, kassierte im Schnitt nur 22,4 Gegentore pro Spiel – das ist Top-Five-Niveau.

Was die verlängerung über werders kalkül verrät

Was die verlängerung über werders kalkül verrät

Der Klub steht auf Rang zehn, zwei Punkte über dem Strich. Drei Spielerinnen laufen ursprünglich aus, darum war der frühe Griff nach Friesen Teil eines Masterplans: Sicherheit zwischen den Pfosten, damit Außenpositionen neu kalkuliert werden können. Werder spart sich Winterpoker, spart sich Beratergebühren und schickt der Konkurrenz eine Botschaft: Wir planen langfristig, auch wenn der Klassenerhalt noch offen ist.

Am Sonntag geht’s gegen HSG Bensheim/Auerbach. Friesen wird wieder mit Kappe und Schutzbrille auflaufen, diesmal mit dem Wissen: Meine Zukunft steht. Der Rest des Teams kann sich auf sie verlassen – und sie auf den Rest. In einer Liga, in der sich mancher Klub lieber teure Importe leistet, setzt Werder auf Kontinuität. Das kann der Unterschied zwischen Abstieg und Rettung sein. Die Saison ist lang, aber der erste Punkt steht fest: Yasmin Friesen hält.