Torabi-visum: iranische wm-hoffnungen erhalten atempause
Ein Coup kurz vor dem Gruppenspiel: Mehdi Torabi, Schlüsselspieler des iranischen Nationalteams, kann doch noch in den USA bleiben und steht Trainer Alberto Zaccheroni in den kommenden Gruppenspielen zur Verfügung. Die Visaprobleme des Flügelstürmers, die die Vorbereitung der Mannschaft erheblich erschwert hatten, scheinen damit vorerst gelöst.

Zaccheroni kann auf torabi gegen belgien und ägypten bauen
Die Medienabteilung des iranischen Fußballverbands bestätigte am Dienstag die Ausstellung eines neuen Visums für mehrmalige Einreisen. Dank der Bemühungen des Verbands und der Abstimmung mit der FIFA konnte die komplizierte Situation endlich entschärft werden. Torabi wird nun „problemlos“ die Spiele gegen Belgien und Ägypten begleiten können, ein enormer Glücksfall für das Team Melli.
Die Vorgeschichte war alles andere als rosig. Nach dem Auftaktspiel gegen Neuseeland (2:2) war Torabis Visum für eine einmalige Einreise ausgelaufen. Dies führte zu einem unerwarteten Rückreisezwang ins Trainingslager in Tijuana, Mexiko, was die ohnehin angespannte Atmosphäre im Team weiter verschärfte. Mannschaftskapitän Mehdi Taremi äußerte sich öffentlich erbost über die Umstände: „Ursprünglich war für Dienstagvormittag noch ein Regenerationstraining vorgesehen, und erst dann sollten wir nach Tijuana aufbrechen.“ Stattdessen wurden die Spieler zur sofortigen Abreise aufgefordert. Ein Desaster, so Taremi, besonders angesichts des fehlenden Medienteams und des Verbandspräsidenten.
Die Situation offenbarte tiefe Risse in der Organisation. Es mangelte an der notwendigen Infrastruktur, um optimal auf ein WM-Turnier vorzubereiten. Doch die schnelle Lösung des Visaproblems nimmt dem Team den Wind aus den Segeln und ermöglicht es Zaccheroni, sich nun voll und ganz auf die kommenden Herausforderungen zu konzentrieren. Ob dieser kurzfristige Erfolg die verpassten Trainingseinheiten und die mentale Belastung wettmachen kann, bleibt abzuwarten. Die iranische Nationalmannschaft muss jetzt zeigen, dass sie trotz der Turbulenzen in der Lage ist, ihre Ziele zu erreichen.
Die FIFA wird diesen Fall sicherlich genau beobachten. Visumsprobleme, die die Teilnahme von Spielern an Großereignissen gefährden, sind inakzeptabel und müssen vermieden werden. Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der iranische Verband aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und die notwendigen Vorkehrungen für zukünftige Turniere getroffen hat.
