Topuria schlägt außerhalb des käfigs zu: ufc-star investiert in sicherheits-startup
Ilia Topuria war schon häufig in Sekundenbruchteilen zu entscheiden – doch diesmal geht es nicht um einen Knockout. Der spanische UFC-Leichtgewichtschampion steigt als Investor bei FlamAid ein, einem Tech-Start-up, das mit seiner sogenannten „friedlichen Granate“ die Nacht für Millionen Menschen sicherer machen will.
Der Schritt passt. Topuria baut seine Marke nicht nur auf Muskeln, sondern auf Kontrolle. „Disziplin und Respekt sind meine Währung“, sagt er. „Wenn ich ein Tool finden kann, das diese Werte in den Alltag trägt, bin ich dabei.“ Die Disziplin, mit der er bisher Gegner ausschaltet, richtet sich nun gegen ein Gefühl, das fast jeder kennt: die Angst, allein nach Hause zu laufen.
Die „friedliche granate“ zieht ihre pin und alarmiert die welt
Der Handgriff ist simpel: Ring ziehen, 110 Dezibel losdonnern, Standort versenden, Ton- und Videoaufnahme starten. In unter drei Sekunden. Die Zahlen dahinter sind laut Unternehmen klar: Ein Drittel aller Menschen traut sich nachts nicht auf die Straße. FlamAid will diese Lücke schließen – und Topuria liefert dem jungen Unternehmen nicht nur Kapital, sondern auch Glaubwürdigkeit in einem Milliardenmarkt.
Gründerin und CEO Julieta Rueff spricht das offen aus: „Sicherheit ist keine Frage von Angst, sondern von Freiheit.“ Mit dem Champion an Bord wächst die Reichweite. Seine 1,6 Millionen Follower auf Instagram bekommen künftig nicht nur Trainingseinblicke, sondern auch Crashkurse in Selbstschutz – ein Crossover, das Marketing-Abteilungen sich nicht ausdenken können.
Topuria selbst testet das Gerät bereits in seinem Alltag. Zwischen Sparringsrunden checkt er die App, zeigt Teamkollegen, wie das Band an der Jeans befestigt wird. Für ihn ist es ein zweiter Gürtel – nur eben nicht um die Taille, sondern um die Psyche derer, die sich nach Feierabend keinen Bodyguard leisten können.

Vom octagon zum bürgersteig: gewinnermentalität als geschäftsmodell
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Nach dem Titelgewinn gegen Alexander Volkanovski verhandelt Topuria neue Verträge – mit dem UFC, mit Sponsoren, mit Streaming-Plattformen. FlamAid ist sein erster Tech-Deal, doch Insider vermuten, dass weitere Investments folgen. Die Logik: Ein Champion, der sich in 25 Minuten Kämpfe neu erfindet, versteht auch, wie sich Märkte verschieben.
Die Finanzlage des Start-ups bleibt geheim. Man spricht von „mittlerem siebenstelligen Euro-Betrag“ im ersten Funding, Topurias Anteil wird auf rund 15 % taxiert. Die Bewertung dürfte steigen, sobald die Serie-A-Finanzierung Anfang 2025 ansteht. Dann will FlamAid auch außerhalb Spaniens aktiv werden – Deutschland und Frankreich stehen ganz oben auf der Liste.
Für Topuria ist das Projekt kein PR-Gag. Er bestellt 50 Geräte für Freunde und Familie, verteilt sie persönlich. „Wenn nur einer dieser Leute jemals eine brenzlige Situation entschärft, hat sich die Investition bereits amortisiert“, sagt er. Ein Satz, der klingt wie ein Trainingsmotto – und genau das macht die Geschichte glaubwürdig.
Die UFC plant ihren nächsten Europa-Gastauftritt für Frühjahr 2025 in Barcelona. Topuria steht auf der Shortlist. Wenn er dort den Gürtel verteidigt, wird an seinem Walkout nicht nur die spanische Flagge wehen, sondern auch ein kleines schwarzes FlamAid-Case am Gürtel. Sponsoring-Deals dieser Art sind in der Liga noch selten – die Liga ändert sich gerade.
Für die Konkurrenz heißt das: Der Champ attackiert nicht nur im Käfig, sondern auch auf dem Markt. Und wer ihn unterschätzt, erlebt vielleicht bald selbst, wie laut 110 Dezibel wirklich sind.
