Töpken zerstört 1860-traum in letzter sekunde – duisburg dreht auf

Die Löwen fuhren nach Duisburg, um dem Aufstiegsrennen neuen Schwung zu verpassen. Sie verließen Schauinsland-Reisen-Arena mit leeren Händen und einem 1:2, das bis in die Nacht brennt. Thilo Töpken traf in der 90. Minute, Thore Jacobsen sah Rot nach Spielschluss – das Duo steht stellvertretend für ein Drama, das München in der 3. Liga zurückwirft.

Das spiel kippt mit einem pfosten und einem abpraller

Das spiel kippt mit einem pfosten und einem abpraller

60 Minuten lang war der MSV noch der gebeutelte Gastgeber, der die 1:5-Klatsche gegen Rostock in den Knochen trug. Dann holte Joshua Bitter eine Ecke runter, vollstreckte per Volley – 1:0. Die Antwort ließ Sigurd Haugen nicht lange auf sich warten, er zog Ben Schlicke ins Rutschen, Jacobsen verwandelte den fälligen Strafstoß. Danach ging’s Schlag auf Schlag. Kevin Volland hatte den Pfosten schon in Hälfte eins geküsst, nun war es Jesse Tugbenyo, dessen Schuss ans Aluminium klatschte. Der Abpraller fiel Töpken vor die Füße – 2:1. Sekunden später flog Jacobsen vom Platz, weil er den Ball wegschoss und den Referee provozierte.

Die Zahlen sind gnadenlos: Fünf Punkte beträgt der Rückstand auf Rang drei, die direkte Konkurrenz aus Duisburg. Für Fabian Baumgärtner und seine Löwen beginnt die heiße Phase der Saison mit einem Kratzer im Lack, der mehr weh tut als eine normale Niederlage. Die Moral stimmte, das Ergebnis nicht.

Die Fans der Sechziger sangen bis zuletzt, doch als Schiedsrichter Patrick Kessel abpfiff, verstummte selbst die hartnäckigste Kurve. Die Aufstiegsrechnung wurde kompliziert, der Spielplan wird enger. Wer jetzt zittert, ist nicht der Underdog – es ist der Favorit aus München, der plötzlich nach Luft schnappt.