Tino telde: der fan, der spanien bereist!
Agustín Pérez, alias 'Tino Telde', ist kein gewöhnlicher Fan. Er ist eine Legende, ein Phänomen, ein Beweis dafür, dass Leidenschaft Berge versetzen kann – und ganze Kontinente überwinden. Während andere Anhänger vielleicht ein paar ausgewählte Spiele pro Saison abhaken, hat Tino Telde sein Leben dem unerschütterlichen Support für die UD Las Palmas verschrieben.
Ein leben in der spur der mannschaft
In knapp zwei Jahren hat er bereits 42 Stadien in Spanien besucht, und damit alle Erst- und Zweitligastadien des Profifußballs abgetikselt. Seine Reise ist mehr als nur ein Hobby; es ist ein Lebensstil. „Mein Lebensstil ist es, Las Palmas überallhin zu begleiten“, erklärt er mit einer entwaffnenden Natürlichkeit. Seine Familie unterstützt ihn dabei uneingeschränkt. „Sie wissen, dass Las Palmas das Wichtigste für mich ist. Sie haben mir nie einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil sie meine Leidenschaft verstehen.“
Die Kosten für diese außergewöhnliche Hingabe sind beträchtlich – rund 7.000 Euro pro Jahr. Doch für Tino ist das Geld zweitrangig. „Das ist meine Leidenschaft, ich habe kein anderes Hobby“, sagt er.
Jede Stadt, eine Geschichte. Jedes Auswärtsspiel birgt neue Erlebnisse, neue Freundschaften und unvergessliche Momente. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm der Trip nach Bilbao, wo die Fans des Athletic ihm mit großer Herzlichkeit entgegenkamen. „Aber am besten behandelt wurden wir in Ceuta“, erinnert er sich. Eine Reise, die er sogar per Hubschrauber antreten musste.
Es sind nicht die Statistiken oder die zurückgelegten Kilometer, die Tino stolz machen, sondern die Menschen, die er auf seinen Reisen getroffen hat. „Die Leute sprechen mich an, laden mich zu Treffen ein. Viele sind Studenten oder arbeiten in der jeweiligen Stadt oder kommen aus der Umgebung. Ich habe so viele Freunde durch die Reisen, die Vorbereitungen und die Spiele gewonnen.“ Er erwähnt Matt Rayns, einen Fan aus Großbritannien, der extra für die UD Las Palmas anreist.
Für Tino geht es beim Fansein weit über das bloße Anfeuern hinaus. Es ist eine Zugehörigkeit zu einer weltweiten Familie, die sich in den Farben Gelb und Blau vereint.

Mehr als nur ein spiel
Tino legt Wert auf Details. Er besucht oft das Hotel des Teams, um die Spieler zu unterstützen, und sucht nach Karten für den Gästebereich. Wenn er keine bekommt, trägt er stolz sein gelbes Trikot in einem anderen Teil des Stadions. Er pflegt einen respektvollen Umgang mit den Verantwortlichen des Vereins, wie dem Vizepräsidenten Nicolás Ortega oder dem Delegierten Rubén Fontes.
Auch der Busfahrer César und der Sicherheitschef Manolo gehören zu seinen Freunden, die ihm immer ein Lächeln und einen freundlichen Spruch entlocken. Sein beeindruckendstes Stadion? Das Betis-Stadion mit seiner einzigartigen Atmosphäre und das Santiago Bernabéu mit seiner imposanten Architektur.
Die endlosen Nachtfahrten, die komplizierten Verbindungen und die körperliche Anstrengung sind Teil seines Lebens. „Ich bin ein Mensch, der immer eine Ausrede findet, um wieder den Koffer zu packen“, gesteht er lachend. Selbst in einem Flughafen musste er schon einmal übernachten. „Meine Leben ist etwas hektisch, ich habe zwei Unternehmen, daher ist der Alltag sehr intensiv.“
Auch Niederlagen können ihn mitnehmen. „Ich war nach Andorra wütend und sagte meiner Frau, ich würde nicht nach Almería fahren, aber schon ein paar Stunden später hatte ich die Fahrkarte“, gibt er zu. Doch genau das macht seine Geschichte so besonders: In einer Zeit, in der alles vergänglich scheint, beweist Tino Telde, dass es immer noch Menschen gibt, die ihr Leben an die Liebe zu einem Verein messen.
