Tigers verspielen play-off-traum: nach olympia war nichts mehr zu retten

Die SCL Tigers lagen am 46. Spieltag noch fünf Punkte vor Biel – und kassierten danach sechs Pleiten in Serie. Der Crash nach der Olympia-Pause kostete Langnau den Play-in-Platz und wirft Fragen über die mentale Fitness des Kaders auf.

Charlin-loch und das duo, das fast genügte

Stephan Charlin war weg, 94,16 % Fangquote mitgenommen. Robin Meyer und Luca Boltshauser lieferten bis Ende Januar 92 % und versteckten die Lücke. Dann brach auch ihnen das Fundament weg – beide rutschten unter 90 %, das Powerplay versiegte, das Penalty-Kill lief verkehrt. Die Tigers verloren nicht nur Spiele, sie verloren ihr Selbstvertrauen.

Die Niederlagen waren knapp, ein Tor fehlte oft. Doch knapp reicht in der National League nicht, wenn man sechs Mal in Folge ohne Punkte dasteht. Die Mannschaft von Trainer Thierry Paterlini war physisch noch da, psychisch aber längst auf Sommerpause.

Rohrbach weg – bern nimmt dem emmental den topscorer

Rohrbach weg – bern nimmt dem emmental den topscorer

Dario Rohrbach wechselt zum SC Bern. 30-Punkte-Mann, Schweizer Mehrfach-Torschützenkönig, weg. Pascal Müller hatte Zeit, die Planung umzustellen, trotzdem bleibt ein Loch. Flavio Schmutz sammelte in 30 Spielen 16 Punkte, war aber verletzt. Gesund könnte er gemeinsam mit Dario Allenspach die Lücke füllen – ein Risiko, das sich die Tigers leisten müssen.

Harri Pesonen, 37, erfuhr im letzten Heimspiel eine Choreografie, aber keine Vertragsverlängerung. Platz sieben im Ausländer-Kontingent ist reserviert für einen Center. Sean Malone liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem eigenen Anspruch. Müller: „Wir wollen die beste Lösung, nicht die schnellste.“

Jung statt umbruch: nachwuchs statt import-offensive

Jung statt umbruch: nachwuchs statt import-offensive

Statt neuer Stars setzen die Tigers auf Innentwicklung. Nik Lehmann und Tim Mathys schafften als Verteidiger den Sprung, Arno Nussbaumer ist bereits gesetzt. Elf Defensiv-Spieler stehen unter Vertrag, davon acht unter 25. Das Emmental setzt auf Dauer statt Durchbruch.

Die Torhüter-Frage ist klar: Meyer und Boltshauser bleiben, Martin Neckar wartet als Drittmann. Die Herausforderung: Die beiden Top-Keeper müssen wieder 92 % liefern, sonst fehlt die Basis für die ganze Philosophie.

Offen ist nur noch die siebte Import-Position. Malone oder ein neues Gesicht – die Entscheidung fällt Ende Mai. Bis dahin arbeitet Langnau an der Mentalität, nicht am Kader. Die Lehre der Saison: Talente nützen nur, wenn sie im März noch durchstarten können.