Viviano zertrümmert ranieri: „wer gasperini zähmen will, hat null ahnung“
Rom. Es ist ein einziger Satz, der am Montagabend die italienische Fußballwelt zum Kochen bringt. Emiliano Viviano, Ex-Keeper und heute schonungsloser TV-Experte, jagt mit sieben Worten eine Bombe durch die sozialen Netzwerke: „Ranieri ist kein Jesus – er kann Gasperini nicht bekehren.“
Was klingt wie Provokation, ist pure Erfahrung. Viviano spricht auf Sportium.fun Klartext über die Machtkämpfe hinter den Kulissen der Roma, wo Sportdirektor Claudio Ranieri den erfahrenen, aber explosiven Gian Piero Gasperini verpflichtete – und nun über dessen Eskapaden stolpert. „Wenn du mit 67 Jahren einen Coach nimmst, der seit zwei Dekaden mit jedem Sportdirektor kracht, kannst du dich nicht wundern, wenn er auch mit dir aneckt“, so der 39-Jährige.
Die unbequeme wahrheit über gasperini
Die Bilanz des Bergamaschi spricht für sich: drei Europa-League-Siege, unzählige Talente, deren Marktwert er verfünffachte, und eine Serie A-Statistik, die ihn zur Nadel im Auge jeden Scouting-Chefs macht. „Aber er kostet Nerven“, sagt Viviano. „Wer ihn holt, kauft nicht nur Taktik, sondern auch Theater. Das Paket ist nicht teilbar.“
Ranieri galt als Ruhepol. Doch seit Wochen brodelt es im Trigoria-Trainingszentrum. Gasperini fordert mehr Mitsprache bei Transfers, konterkariert Pressetermine und ließ nach der 0:3-Pleite gegen Atalanta sogar die Spieler busfahren statt fliegen – ohne Absprache. Die Folge: interne Ermahnung, Medienrummel, Frust auf allen Ebenen.
Die Zahl, die Viviano präsentiert, ist brutal: Seit 2018 wechselten unter Gasperinis Regie 23 Profis für insgesamt 430 Millionen Euro. „Er macht aus Zéro Helden, aber er macht auch aus Direktoren Clowns“, spottet der ehemalige Sampdoria-Schlussmann.

Roma steht vor der quadratur des kreises
Der Klub plant eigentlich eine Sanierung mit jungen, verkäuflichen Spielern. Doch Gasperini setzt auf sofortige Ergebnisse – und fordert erfahrene Kräfte. Zwischen beiden Philosophien klafft eine Grube, in der bereits Mancini und Cristante ihre Stammplätze verloren haben. Verletzungspech? Oder Systemfrage?
„Ranieri muss sich entscheiden“, so Vivianos Fazit. „Entweder er lässt Gasperini machen und schluckt Stolz, oder er beendet das Experiment, bevor es die Saison beendet.“
Die Uhr tickt. Am Sonntag gastiert die Roma in Florenz. Schon jetzt kursieren Tickets für 15 Euro auf dem Schwarzmarkt – ein Preis, der die Stimmung vor dem Stadion perfekt widerspiegelt: billig, verzweifelt, kurz vor dem Knall.
Am Ende bleibt ein Satz hängen, den Viviano nicht einmal ausspricht, sondern nur ins Webcam-Objektiv blickt: „Wer mit Feuer spielt, darf sich nicht wundern, wenn er die Finger verbrennt.“ Ranieri hat die Verbrennung zweiten Grades bereits. Ob es für die Roma eine dritte gibt, entscheidet sich in den nächsten 90 Minuten.
