Timberwolves fixieren playoff-ticket ohne edwards – rookies und veteranen liefern spektakuläre nacht
Die Nacht gehörte den Jungen und den Alten. Während in Indianapolis Anthony Edwards mit einem gelenkbandagebehafteten Stuhl an der Seitenlinie saß, rissen seine Timberwolves ohne ihn das Playoff-Ticket mit einer Machtdemonstration beim 124:104 gegen Indiana. 3.000 Kilometer weiter schraubte Jeremiah Fears in New Orleans als Rookie 40 Punkte auf die Anzeigetafel und läutete einen 156:137-Kantersieg gegen Utah ein. Die NBA spielt wieder verrückt – und das mitten im April.
Timberwolves sichern sich heil im sprint
Minnesota war angezählt, hatte in den letzten Wochen die Schlagzahl verloren. Doch gegen die Pacers stellte Trainer Chris Finch die Uhr um: 34 Fast-Break-Punkte, 52 % aus dem Feld, sieben Spieler mit zweistelligen Scores. „Wir haben uns selbst unter Druck gesetzt“, sagte Finch nach dem Spiel, „denn nur ein Sieg zählte.“ Die Rechnung ging auf: Mit 47 Siegen stehen die Wolves auf Platz fünf im Westen und können nicht mehr aus den Top-Six rutschen – Playoff-Basketball ist sicher, ein Play-in-GAU ausgeschlossen.
Die Pleite der Heat in Toronto (95:121) sorgte parallel für den nächsten Knall: Miami muss nun über die Play-in-Runde, wo ein einziges schlechtes Viertel die Saison beenden kann. Tyler Herro war mit 17 Punkten bester Werfer, doch die Raptors trafen 19 Dreier – das ist in der Eastern Conference ein Todesurteil.

Currys späte erlösung und schröders lehrstunde
Golden State schlitterte gegen Sacramento fast in die nächste Niederlage, bis Stephen Curry in den letzten 98 Sekunden zwei tiefe Dreier und einen Floater versenkte – 110:105. Die Warriors halten Anschluss an Platz neun, während die Kings als Sieger der letzten Saison plötzlich auf Rang acht rutschen. „Wir wissen, wie schnell’s bergab geht“, sagte Curry mit Blick auf die Tabelle, „aber auch, wie schnell wir wieder raufkommen.“
In Los Angeles gab es dagegen keine Happy Ends: Die Lakers kassierten eine 87:123-Klatsche gegen die Thunder und sahen, wie Shai Gilgeous-Alexander in 29 Minuten 34 Punkte sammelte. Die Tabelle lügt nicht – OKC ist mit 52 Siegen erster Verfolger von Denver, während LA auf Platz zehn abrutscht und womöglich zwei Play-in-Spiele gewinnen muss, um überhaupt in die Postseason zu kommen.
Die zahl der nacht: 156
New Orleans schoss sich in einen Rausch. Die Pelicans erzielten gegen Utah die höchste Punkteausbeute dieser Saison – 156. Dabei brauchten sie nur 100 Feldwürfe. Zion Williamson war mit 31 Punkten und 9 Assists der Lokomotivführer, doch der Abend gehörte Jeremiah Fears. Der 19-jährige Guard verwandelte 14 seiner 21 Würfe, traf 6 Dreier und stellte den Franchise-Rekord für Punkte eines Rookies auf. „Ich wusste, dass ich heiß bin“, sagte Fears, „aber 40? Das ist einfach nur irre.“
Die Jazz dagegen kassierten die 18. Niederlage in Serie – ein neuer Klubnegativrekord. Trainer Will Hardy sprach von „historischer Pechsträhne“, doch die Zahlen sind gnadenlos: Utah verteidigt wie ein College-Team und trägt damit die beste Tank-Position im Rennen um den ersten Pick.
Die Regular Season tickt auf die letzten zehn Tage herunter. Plätze sieben bis zehn im Westen sind nur zwei Siege auseinander, im Osten kämpfen Philadelphia und Miami um das letzte Play-in-Ticket. Die Timberwolves haben den ersten Haken gesetzt – alle anderen müssen nun sprinten, um nicht auf der Strecke zu bleiben.
