Rieck rettet sich in letzter sekunde – blizovsky fliegt raus

Levy Finn Rieck zitterte, atmete durch, dann knallte er den Controller auf den Tisch. 5:3 gegen Yuval Blizovsky – und der Titelverteidiger lebt. Der Israeli dagegen ist raus, bevor das Offline-Event in Hamburg überhaupt beginnt.

Ein duell auf messers schneide

Beide hatten vorher zweimal verloren, beide hatten in Runde drei noch einmal aufgeatmet. Jetzt standen sie sich im digitalen K.o.-Kampf gegenüber, und die Anspannung war greifbar. Rieck wählte sein Lieblings-Setup, Blizovsky wechselte kurzfristig die Formation – ein Risiko, das nicht aufging. Die Leipziger Führung war früh da, der Ausgleich folgte prompt. Doch in der 78. Minute traf Rieck mit einem perfekt getimten Lupfer zum 4:3, legte in der 89. nach. Blizovsky starrte nur noch auf den Bildschirm, die Hand flog zur Stirn. „Ich habe alles versucht, aber heute hatte er einfach die besseren Laufwege“, sagte er später, Stimme leise, Blick leer.

Die Statistik ist gnadenlos: Blizovsky traf viermal, kassierte fünf Gegentore. Kein deutscher Einzelmeister 2026 für ihn. Stattdessen: früher Urlaub, während Rieck am Donnerstag in die Zwischenrunde muss. Dort wartet ein Feld mit gestählten Jägern – Marc Landwehr, Jamie Bartel, Jannis Pütz. Kein Gegner wird ihm den Titel hinterherwerfen.

Nassim dahman lässt die kasse klingeln

Nassim dahman lässt die kasse klingeln

Während Rieck um’s Weiterkommen zittern musste, feierte Nassim Dahman bereits den Gruppensieg. Vier Spiele, vier Siege, 39 Treffer – ein Torrausch, der selbst erfahrene Analysten ins Stottern bringt. Gegen Rieck schoss er 14:3, gegen Francesco Allocca 10:3. Die Gegner wirkten wie gewechselte Junioren, die gegen einen Wirbelwind spielen. Dahmans Geheimnis: „Ich lese die Defensivlinie schon in der Aufstellung, bevor das erste Tor fällt.“ Damit ist er der einzige Spieler mit perfekter Bilanz in Gruppe 1.

Auch Arda Gümüs stellt die Netze mächtig bebend. 38 Tore in drei Partien – nur ein Treffer weniger als Dahman. Das 15:6 gegen Ben Ludwig war die torreichste Partie des Abends, eine Schießerei, bei der selbst die virtuelle Anzeigetafel Schnappatmung bekam. Neben Ludwig flogen noch Rick Mietzsch, Riad Fazlija, Ruben dos Santos Pereira und Wildcard-Gewinner Ermin Bukvic raus. Die Liste liest sich wie ein Who-is-Who der leisen Abschiede.

Gruppe 2 wartet mit gültekin und co.

Gruppe 2 wartet mit gültekin und co.

Heute Abend ist Gruppe 2 an der Reihe. Um 18 Uhr geht’s los, und die Namen klingen wie ein Feuerwerk: Umut Gültekin (RBLZ Gaming), Berkay Demirci (FC St. Pauli), Koray Kücükgünar (FC Bayern). Sie wissen: Wer hier patzt, fliegt. Wer gewinnt, darf auf die große Bühne in Hamburg hoffen. Die Endrunde wird diesmal nicht an einem Wochenende durchgezogen, sondern sich über anderthalb Wochen ziehen – bis zum 19. April, wenn in der Hansestadt der neue Deutsche Einzelmeister gekürt wird.

Rieck hat seine Chance genutzt. Blizovsky musste sie rauswerfen. Dahman feiert sich, Gümüs trommelt hinterher. Die VBL ist kein Kindergeburtstag mehr, sie ist ein Hochgeschwindigkeitszug, bei dem jeder Halt brutal abrupt enden kann. Am Donnerstag geht die Reise weiter – mit oder ohne Titelverteidiger.